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Das Portrait


Frau Antje - holländischer als Käse

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Frau Antje - die holländische Käsebotschafterin
,,Frau Antje - Holländischer als Käse‘‘

Niederländer lernen endlich ihre eigene Käsebotschafterin kennen - dank einer deutschen Ethnologin

Von HELMUT HETZEL

Den Haag. In Deutschland kennt sie fast jeder. 97 % der Deutschen behaupten: ,,Ja wir kennen Frau Antje,‘‘ jene blonde Dame aus Holland, die gerne Käsehäppchen und Küsschen verteilt. Frau Antje ist die Käsebotschafterin der Niederlande schlechthin. Sie darf bei keiner Grünen Woche in Berlin fehlen, weil sie dort dem jeweils amtierenden deutschen Bundespräsidenten erst ein Käsehäppchen reicht und ihn dann zärtlich auf die Wange küsst. Das ist ein Ritual. Holländischer Charme pur. Perfekte PR für ein typisches Produkt aus dem Nachbarland, den Käse aus Holland.
Fragt man dagegen einen Niederländer auf der Straße: ,,Wer ist Frau Antje?‘‘ dann lautet die Antwort meist: ,,Kein Ahnung,‘‘ oder ,,Nie gehört.‘‘ Das soll sich jetzt ändern. Denn ausgerechnet eine Deutsche will den Niederländern jetzt ihre Frau Antje nahebringen. Es ist die Kulturwissenschaftlerin Sophie Elpers, die am Amsterdamer Meertens Institut forscht. Das sie aus Deutschland stammt, kannte sie Frau Antje natürlich gut. Richtig interessiert hat sie sich für die Käsebotschafterin der Niederlande aber zunächst aus reinem Forscherdrang. ,,Ich fuhr mal wieder mit dem Auto von Amsterdam nach Bonn. Vor mir war ein niederländischer Lkw. Da war so ein blondes Mädchen mit der typischen Tracht drauf abgebildet. Ich dachte, ach ja wieder Frau Antje. Bis ich dann entdeckte, dass die da abgebildete Niederländerin die Tracht aus dem Fischerdorf Volendam trug und nicht das Fantasiekostüm von Frau Antje. Der Sache musste ich als Ethnologin unbedingt nachgehen. Ich habe mir nämlich die Frage gestellt: Warum trägt die niederländische Käsebotschafterin ein Kostüm, das der Tracht des Fischerdorfes Volendam so ähnelt, wo ja in Volendam bekanntlich mehr Aal als Käse gegessen wird? Meine Neugierde war geweckt. Ich machte mich an die Arbeit,‘‘ sagt Sophie Elpers im Gespräch mit HetzelMedia (HM). Fortan war Frau Antje das Objekt ihrer Begierde, genauer ihres Forscherdranges.
Das erste Resultat ihrer Frau Antje-Studie war ein typisch deutsches Produkt, nämlich ,,kulturwissenschaftliche Betrachtungen über eine Werbefigur im Wandel, wie ich das damals genannt habe, sagt sie heute rückblickend und mit einem charmanten Lächeln.

Nun hat sie eine populärwissenschaftliche Arbeit ihrer einst eher kulturphilosophischen Arbeit über Frau Antje vorgelegt. Titel: ,,Holländischer als Käse- die Geschichte von Frau Antje.‘‘ Das Buch, obwohl vom Universitätsverlag Amsterdam herausgegeben, ist leicht lesbar und zeigt Frau Antje in all ihren Entwicklungsphasen. Es bringt den Niederländern Frau Antje näher.

Es begann 1961:

Das niederländische ,,Zuivelbureau‘‘ - Büro für Milchprodukte - lancierte Frau Antje in Deutschland. Die holländische Schauspielerin Kitty Jansen verkörperte die erste Käsebotschafterin der Niederlande alias Frau Antje. Ihre Aufgabe: Sie sollte den deutschen Hausfrauen damals beibringen, dass sie den seinerzeit so populären Toast Hawai unbedingt mit holländischem Käse zubereiten müssen. Damit Frau Antje auch so richtig holländisch aussah, bekam sie die typische geschwungene weiße Mütze der Volendamer Tracht und ein Fantasiekostüm aus einer blau-roten Schürzen-Rock-Kombination. Das sah urig aus. Es wirkte. Frau Antje kam bei den östlichen Nachbarn an. Sie hatte Erfolg. Innerhalb von weniger als 30 Jahren verzehnfachte sich der niederländische Käseexport in die Bundesrepublik. Frau Antje war in Deutschland zur Kultfigur geworden. 
Eine ganz besondere Frau Antje-Darstellerin, die einen erotischen Beitrag für die Erfolgsstory der niederländischen Käse-Lady lieferte, das war Ellen Soeters. Sexy-Ellen, wie sie ihre Freunde nannten, ließ nämlich 1984 für die deutsche Ausgabe des Playboy die Hüllen fallen. Frau Antje nackt im Männer-Magazin.

Ein Skandal für das niederländische ,,Zuivelbureau‘‘ ein Augenschmaus für viele Männer in Deutschland, die nach dem Strip von Frau Antje noch mehr Lust auf holländischen Käse bekamen.
Frau Antje avancierte in Deutschland schnell zum typischen Holland-Klischee schlechthin. 
Das Nachrichtenmagazin ,,Der Spiegel‘‘ machte davon dankbar Gebrauch. In einer Titelgeschichte über das Land der Tulpen und des Käses wurde das Holland-Klischee am Beispiel von Frau Antje zur Karikatur. Karikaturist Sebastian Kröger bildete die Käse-Lady mit Joint im Mund, einer Heineken-Bierdose im Arm, verwelkten Tulpen und tiefumrandeten dunklen Augenrändern ab. Total verlebt eben. Bildunterschrift: Frau Antje in den Wechseljahren. Die Karikatur des ,,Kaas-Meisjes‘‘ aus Holland deckte die Tendenz des Artikels - die Niederlande wurden als verludert, dekadent, als Drogenparadies und als kriminell dargestellt.

 Frau Antje einmal anders

 


Aber auch das überlebte die Reklamefigur. In der aktuellen Besetzung mit Madeleen Driessen erfreut sie sich noch immer höchster Popularität. Frau Antje war und ist in Deutschland noch populärer als weiland Rudi Carell als der holländische Showmaster mit seinem typisch niederländischen Akzent noch lebte. Als ,,unser Rudi‘‘ und Frau Antje auf der Holland-Gala in Deutschland gemeinsam auftraten, wurde das deutlich. Die meisten Autogrammjäger stürmten dann nämlich nicht auf Rudi Carell zu, sondern auf Frau Antje, um von ihr eine Unterschrift - und ein Stück Käse - und vielleicht ein Küsschen zu ergattern.

Das Buch: Sophie Elpers: Hollandser dan kaas, Amsterdam University Press, 2009, Amsterdam, 14,95 Euro
27.2.2009

/ Textende / Copyright © by HELMUT HETZEL / Den Haag /

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 01. Mai 2009 um 13:21 Uhr
 

Glückwunsch für Prinzessin Maxima zum 37. Geburtstag

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Prinzessin maximaArgentinien im Blut – Holland im Herzen – Prinzessin Maxima der Niederlande wird 37 Jahre/Bald wird sie auch Königin sein
 
Von HELMUT HETZEL
 
Den Haag. Wenn sie einen Raum betritt, zieht sie die Blicke der Anwesenden magisch an. Wenn sie spricht, hört man ihr aufmerksam zu. Denn sie hat etwas zu sagen. Wenn sie einen Witz macht, versprüht sie ihren weiblichen Charme mit Humor und mit verbaler Eleganz. Und das Publikum liegt ihr zu Füßen. Wie im Sturm hat Maxima Zorreguieta, die gebürtige Bürgerliche aus Argentinien, die Herzen der Holländer erobert. Zuerst natürlich das Herz des niederländischen  Kronprinzen Willem-Alexander, den sie im April 1999 im spanischen Sevilla kennen- und später erst lieben lernte. Es war ,,Liebe auf den zweiten Blick,‘‘ wie Maxima jüngst in ihrer so charmanten offenherzigen Art bei einer Tasse Tee im Gespräch mit unserer Zeitung enthüllte. Dann aber hat es zwischen den beiden richtig gefunkt. Und zwar in New York, wo die heutige Prinzessin der Niederlande unter anderem als Investmentbankerin für die Deutsche Bank arbeitete. Auf der Kunsteisbahn am New Yorker Rockefeller Center, auf Schlittschuhen stehend, machte ihr Willem-Alexander dann zu Weihnachten 2001 den Heiratsantrag. Die Verlobung folgte. Dann die Traumhochzeit am 2.2.2002. Sie wurde zu einem unvergesslichen Ereignis. Sie rührte nicht nur Prinzessin Maxima zu Tränen. Millionen Menschen weinten zu Hause vor den Bildschirmen mit als  Carel Krayenhof auf dem Akkordeon den wunderschönen Tango ,,adios nonino‘‘ spielte, und Maxima ihren Tränen freien Lauf ließ. Die Szene war der emotionale Höhepunkt einer königlichen Hochzeit. Adios nonino, auf Wiedersehen Väterchen, erinnerte in diesem Moment daran, dass zwei Menschen bei dieser Traumhochzeit in Amsterdam fehlten. Es waren die Eltern von Maxima. Denn ihr Vater Jorge Zorreguieta war nicht willkommen. Deshalb blieb auch Maximas Mutter Maria der Trauung fern. Er, Jorge Zorreguieta und seine umstrittene Vergangenheit als Staatssekretär für Landwirtschaft in der argentinischen Militärdiktatur unter General Videla (1979-1983) warfen nämlich einen dunklen Schatten über die Traumhochzeit. Doch der Schatten ist inzwischen verblichen. Maxima ist eingebürgert, nun offiziell Prinzessin der Niederlande und bald, wenn ihr Mann den Thron besteigt, auch Königin ihrer neuen Heimat Holland. Sie hat aber weiterhin Argentinien im Blut und Holland im Herzen. Das bewies sie eindrucksvoll während des Staatsbesuches in ihrem Geburtsland. Als die argentinische Nationalhymne erklang, da blieben ihre Lippen unbewegt. Als die niederländische ertönte, da sang Maxima die Wilhelmus aus voller Brust mit: ,,Oranje van Naussaue bin ich von deutschem Blut…‘‘ Alle Niederländer haben das aufmerksam registriert. Ihr Stern in Holland stieg auch aufgrund dieser eindrucksvollen Geste unaufhaltsam. Sie ist  heute das beliebteste Mitglied der königlichen Familie. Der Durchbruch aber mit der sich die studierte Ökonomin Maxima wirklich die Herzen der Niederländer im Sturm  eroberte, der ereignete sich auf ihrer ersten gemeinsamen Pressekonferenz, die sie zusammen mit ihrem Mann Willem-Alexander gab. Die Stimmung war zum Schneiden, die Atmosphäre im königlichen Palast zu Den Haag eiskalt. Denn das Thema der Pressekonferenz war: Jorge Zorreguieta und dessen dunkle Vergangenheit in der Videla-Diktatur. Kronprinz Willem-Alexander hatte sich nämlich kurz davor einen schweren verbalen und politischen Ausrutscher erlaubt. Der heute 41jährige Kronprinz wollte seinen Schwiegervater in Schutz nehmen. Er zitierte aus einer argentinischen Zeitung. Tenor: So schlimm war die Videla-Diktatur doch auch wieder nicht. Aber es stellte sich heraus, dass ausgerechnet das Zitat, das Willem-Alexander verwendet hatte, von Videla selbst stammte, jenem grausamen Junta-General, dessen Terrorregime nach Schätzungen von Amnesty International mindestens 30.000 Regimegegner umbringen und noch viel mehr Argentinier foltern ließ. Maxima entschärfte die gespannte Atmosphäre während der Pressekonferenz mit einem einzigen Satz. In fließendem Niederländisch sagte sie: ,,Het was een beetje dom.‘‘ Es war ein wenig dumm vom ihm, ihrem Gatten.
Maxima hatte die Lacher auf ihrer Seite. Die Atmosphäre kippte, wurde freundlich und entspannt. Sie hatte ihren Mann aus einer prekären Situation befreit. Die Szene macht aber auch noch etwas ganz anderes deutlich: Das unglaubliche Selbstbewusstsein von Prinzessin Maxima. Es gehört schon viel Mut dazu, den eigenen Mann und den künftigen König der Niederlande live vor laufenden Kameras als ,,ein bisschen dumm‘‘ zu bezeichnen. Der Ausdruck gehört inzwischen zum Standard-Repertoire der niederländischen Sprache – er ist ein neuer Kalauer.
Welche Sensibilität und Klasse Maxima hat, das bewies sie ferner gerade wieder während des niederländischen Nationalfeiertags, dem ,,Koniginnedag‘‘ am 30. April. Als eine Salsa-Tänzerin sie und Königin Beatrix zu einem Tänzchen aufforderte, da lehnte Maxima geistesgegenwärtig, aber höflich ab. Sie wollte Königin Beatrix nicht die Show stehlen. Denn ihre Schwiegermutter, die Königin, wagte den Salsa-Tanz.
Inzwischen schenkte die gebürtige Argentinierin den Niederländern nicht nur ihr feuriges Temperament und das Gefühl für den Tango-Rhythmus, sondern auch drei gesunde Töchter und Prinzessinnen: Kronprinzessin Catharina Amalia (4), Prinzessin Alexia (2) und Prinzessin Ariane (1). In ihrer Villa Eikenkorst aber ließ Maxima vier Kinderzimmer einrichten. Eins steht noch leer. Da die Liebe zwischen Willem-Alexander und Maxima aber nach wie vor blüht, könnte auch dieses Kinderzimmer bald einen neuen Bewohner oder eine neue Bewohnerin bekommen. Schließlich ist Maxima noch jung. Sie wird am heutigen Samstag, dem 17. Mai 37 Jahre. Herzlichen Glückwunsch Königliche Hoheit!
 


 
/ Textende / Copyright © by HELMUT HETZEL / Den Haag /

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, 09. Februar 2009 um 12:54 Uhr
 

Jan Hommen – designierter CEO des niederländischen Finanzkonzerns ING

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ING,,Es ist ganz gut, dass ich kein Banker bin‘‘

Von HELMUT HETZEL
 
Den Haag. ,,In diesen bewegten Zeiten ist es ganz gut, dass ich kein Banker bin. Ich kenne die Banken fast nur als Kunde und Kundenorientierung wird unter meiner Führung wieder ganz groß geschrieben werden.‘‘ Jan Hommen liebt klare und deutliche Worte. Er ist kein Mensch des Fabulierens. Er ist ein Mensch der Zahlen. ,,Ein exzellenter Buchhalter,‘‘ spotten seine Kritiker. ,,Ein Pragmatiker mit Vision,‘‘ sagen seine Bewunderer. Jan Hommen ist der Mann, der den durch die internationale Finanzkrise angeschlagenen niederländischen Allfinanzkonzern ING ab Mai als neuer Chief Executive Officer (CEO) aus der Krise führen und strategisch neu ausrichten soll. Für diese neue Herausforderung opfert der 65jährige Hommen viel. Eigentlich wollte er zurück zu seiner Familie in die USA, wo er mehr als 20 Jahre als Manager des Aluminiumunternehmens Alcoa erfolgreich arbeitete – bis 1997 und wo auch seine vier Kinder mit ihren Familien leben. Doch 1997 holte ihn der damalige Vorstandsvorsitzende der niederländischen Philips Electronics, Cor Boonstra, als Finanzvorstand (CFO) zurück in seine holländische Heimat. Zusammen mit Boonstra und dessen Nachfolger Gerard Kleisterlee, der auch heute noch Philips als CEO führt, sanierte Jan Hommen Philips mit harter Hand aber sehr erfolgreich. Dass Kleisterlee bei der Vorlage des Jahresergebnisses für 2008 gerade erst tönen konnte: ,,Philips ist finanziell kerngesund und hat 3,5 Mrd. Euro an Cash in der Kasse,‘‘ das hat er größtenteils dem exzellenten Finanzmanagement von Jan Hommen zu verdanken. Hommen war es, der Philips in die erste Liga der am solidesten finanzierten Multinationals hievte. ,,Ich brauche nur auf meine Bildschirme in meinem Büro zu sehen und weiß sofort, was  unsere aktuelle Cash-Position ist,‘‘ sagte Hommen im Gespräch mit unserer Zeitung, als er danach gefragt wurde, wie er es geschafft habe, Philips wieder so liquide zu machen. Unter Hommen wurde das gesamte Rechnungslegungssystem von Philips gestrafft und modernisiert. Seither ist Philips in den Niederlanden der erste große Multi, der sein Jahresergebnis zum Auftakt eines neuen Jahres bereits im Januar präsentieren kann. Das ist ein Resultat seines Ehrgeizes. Hommen ist effizient,  zuverlässig, aber auch ein strategisch denkender Mensch. Genau das, was die ING jetzt braucht. Nach seinem Ausscheiden als Finanzchef bei Philips sammelte Jan Hommen zunächst Aufsichtsratsmandate en masse. Er war Aufsichtsratschef beim weltgrößten Wissenschaftsverlag Reed Elsevier, dem niederländischen Post- und Expresskonzern TNT und seit 2005 auch bei der ING sowie Aufsichtsratsmitglied beim Milchproduktekonzern Campina. Hommen war als Chef des Audit-Komitees maßgeblich an der Rettung des niederländischen Einzelhandelskonzerns Ahold beteiligt. Er galt nach seinem Rücktritt als CFO bei Philips als der mächtigste Manager in den Niederlanden.
Jetzt steigt er wieder in den Ring. Die meisten seiner oben genannten Aufsichtsratsmandate hat er bereits niedergelegt. Denn Jan Hommen hat einen Vierjahresvertrag als CEO für die ING-Gruppe unterschrieben, nachdem der bisherige ING-Vorstandschef Michel Tilmant Ende Januar völlig überraschend zurücktrat. Über die Honorierung von Hommen ist noch nichts bekannt. Aber es dürften wohl nicht die Finanzen sein, die ihn antreiben, die ING wieder flott machen zu wollen und einen der größten europäischen Finanzkonzerne durch die Krise zu lotsen. Denn nach seinem Ausscheiden bei Philips versilberte Hommen seine Philips-Aktien und Optionen und verdiente allein damit schätzungsweise mehr als zehn Millionen Euro.
 
Klar aber ist, dass er die ING durch die Finanzkrise lotsen muss – und will. Unter Leitung von Jan  Hommen soll sich die ING gesund schrumpfen. Weltweit werden rund 7000 der etwa 120.000 Stellen gestrichen. Die  teilweise ,,giftigen Alt-A-Hypotheken-Anlagen‘‘ aus den USA, die ein Volumen von knapp 30 Mrd. Euro haben, gab die ING bereits mehrheitlich in einem ausgeklügelten Deal an den niederländischen Staat ab. Hommen, der an der Katholischen Universität von Brabant Ökonomie studierte, hat das Geschäft federführend mit eingefädelt. Außerdem will der designierte neue ING-Chef eine Reihe von Tochterunternehmen verkaufen. Die Sparte Schadensversicherungen steht zur Disposition. Möglicherweise aber wird auch das ING-Direktbanking in den USA, das für die heutige Krise der ING mitverantwortlich ist, ebenfalls verkauft. Denn ING-Direkt USA stieg im großen Stil ins US-Hypothekengeschäft ein. Das war ein großer Fehler, wie man jetzt weiß.
Jan Hommen muss es nun richten und die ING retten. Bei Philips ist ihm das schon einmal gelungen. Nun aber ist die Herausforderung eine ganz andere. Vielleicht ist es wirklich gut, dass der neue ING-Chef kein Banker ist.
2.2.2009
 
/ Textende / Copyright © by HELMUT HETZEL / Den Haag /
 

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, 09. Februar 2009 um 00:36 Uhr
 


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