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Die Heuschrecke auf der Pizza

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Heuschrecken am Spieß


Heuschrecken am Spieß

                  

 Bald auch auf der Pizza und im Big Mac?

 

Haager Landwirtschaftsministerin fordert:

Heuschrecken und Maden essen 

 


Von HELMUT HETZEL

Den Haag. Sie selbst hat noch keine gegrillte Made oder Heuschrecke gegessen. Aber wenn es nach der Haager Landwirtschaftsministerin Gerda Verburg geht, dann sollen die Niederländer in Zukunft massenweise Insekten verspeisen. Die seien gesund, leicht zu züchten, enthalten viel Eiweiß und sind als Nahrungsmittel in vielfältiger Form zuzubereiten und einsetzbar. Kurz: Insekten sind eine Delikatesse. Viele Menschen in Afrika und Asien wissen das schon lange. Dort werden Heuschrecken meist in gegrillter Form angeboten und gelten als delikate Vorspeise. Die Riesenexemplare aus der Gattung der Langfühler-Heuschrecken werden in Kambodscha fast überall am Straßenrand verkauft und werden oft mit gerösteten Erdnüssen serviert. Auch in Bangkok auf den dortigen Märkten und in China kann man die Insekten essen, wo sie meist im Wok knusprig angebraten werden.

 

Heuschrecken als Delikatesse

 

            Insekten als Delikatesse - in Asien


Da viele Niederländer sich eine gegrillte Heuschrecke oder Made nicht so ohne Weiteres zwischen die Zähne schieben werden, um dann kräftig zubeißen zu können, weiß die Landwirtschaftsministerin auch schon ein Rezept, wie sie die Insekten ihren Landleuten schmackhaft machen kann. ,,Man könnte sie zermahlen und als Füllung für die Bitterballen verwenden,‘‘ schlägt die Ministerin vor. Ausgerechnet in den ,,Bitterballen.‘‘ Denn Bitterballen sind einer der Lieblingssnacks der Niederländer. Dabei handelt es sich um frittierte kleine runde Fleischbällchen mit einem dicken Paniermantel. Gute Bitterballen sind in der Regel mit Fleischragout gefüllt. Sie werden überall in Holland massenweise aufgetischt, meist zum ,,Borrel‘‘ einem Glas Genever oder Wein als Appetitanreger vor dem eigentlichen Essen oder einfach als Snack zwischendurch. Aber gleichzeitig kursiert beim ,,Borrel mit Bitterballen‘‘ immer wieder der geflügelte Satz: ,,Wir essen sie zwar, wollen aber gar nicht wissen, was da drin ist.‘‘ Denn immer wieder kursieren Gerüchte, wonach die Bitterballen und vor allem deren große längliche Schwester, die ,,Frikandel‘‘ von den Fleischern hauptsächlich mit kleingemahlenem Schlachtabfall gefüllt werden. Mit all den Dingen von Schwein, Rind oder Lamm, die in einer Metzgerei unverkäuflich sind.

Nun also soll der klassische holländische Bitterball bald mit Heuschrecken- und Madenfleisch verfeinert werden. Na denn: Guten Appetit.

Unterstützt in ihrer Kampagne zum Heuschreckenverzehr in Holland wird die Ministerin von der Wissenschaft. ,,Es bleibt uns gar nichts anders übrig, als künftig auch Insekten zu essen,‘‘ stellt der Ernährungswissenschaftler Marcel Dicke von der renommierten Agraruniversität Wageningen fest. Fleisch aber auch Fisch werde auf lange Sicht als Nahrungsmittel bei der ständig wachsenden Bevölkerung auf der Erde zu einem knappen Gut. ,,Schon heute wird in China ein Drittel des gesamten Schweinefleisches, das auf den Markt kommt, verzehrt. Wir können die Ozeane nicht einfach leerfischen und die tropischen Regenwälder abholzen, um neue Viehfarmen anzulegen. Wir brauchen Alternativen. Insekten sind solche Nahrungsmittelalternativen,‘‘ stellt der Lebensmittel-Wissenschaftler fest. Er meint: ,,Auch auf Pizzen oder im Hamburger sollte man künftig Heuschrecken und Maden finden oder sie darin verarbeiten,‘‘ fordert der Lebensmittelprofessor. Er selbst isst schon seit langem Insekten.

 Sein Lieblingsgericht: Gegrillte Heuschrecken mit Reis.

 

heuschrecke-01

 

                 Nicht wegfliegen: Jetzt geht´s  ab in den Wok

 

30.6.2009

 

/ Textende / Copyright © by HELMUT HETZEL / Den Haag /

Zuletzt aktualisiert am Montag, 20. Juli 2009 um 12:05 Uhr  
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