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Sexy Sadie - Der Guru der Beatles

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,,Sexy Sadie‘‘ - Der Guru der Beatles ist tot

Maharishi Mahesh Yogi starb in den Niederlanden

Von HELMUT HETZEL

Den Haag. Vor einigen Tagen ließ er von einem Sprecher erklären: ,,Ich ziehe mich jetzt in die ewige Meditation zurück.‘‘ Das war am 28. Januar. Nun ist er tot. Maharishi Mahesh Yogi starb in seinem Ashram in den Niederlanden. Der Guru der Beatles und vieler anderer Pop-Größen wie Marianne Faithful, Donovan, Mick Jagger und den Beach Boys wurde wahrscheinlich 91 Jahre. Genau weiß man das nicht. Denn der indische Guru schwieg immer über sein Alter und über seine Zeit als Kind in seiner indischen Heimat, wo er nach unbestätigten Berichten am 12. Januar 1917 geboren worden sein soll. Geburtsname: Mahesh Srivastava oder Mahesh Prasad Varma.
Nach seinem Studium der Physik nannte er sich Maharishi, was in Hindu ,,der große Seher‘‘ bedeutet. 1955 begründete er die ,,Transzendentale Meditation‘‘ (TM). Weltberühmt wurde der ,,Große Seher‘‘ 1968 als die Beatles zu ihm nach Indien reisten, um mit ihm zu meditieren und sich von ihm inspirieren zu lassen. Das blieb nicht folgenlos. George Harrison ließ sich zu seinem Klassiker ,,Here comes the sun‘‘ inspirieren. Aber John Lennon war sauer auf den Guru. Er schrieb damals den Song ,,Sexy Sadie (gemeint war damit Maharishi) what have you done? You made a fool of everyone.‘‘
Warum Lennon dieses kritische Lied über den indischen Guru geschrieben hat, darüber gibt es viele Spekulationen. Die eine: Maharishi Mahesh Yogi soll die Beatles wegen ihres Drogenkonsums scharf kritisiert haben. Die andere. Er konnte seine Hände nicht von den vielen hübschen Groupies, Sängerinnen und Schauspielerinnen, darunter auch Mia Farrow, lassen, die im Kielsog mit den Beatles damals bei ihm in seinem indischen Ahsram arrivierten.

Berühmt geworden durch die Visite der Beatles nutze der indische Guru und Vordenker der transzendentalen Meditation (TM) die Gunst der Stunde. Er baute in den 70iger Jahren sein Meditationszentrum TM zu einem blühenden Unternehmen aus. Nun kamen auch Manager und Filmstars aus Hollywood zu ihm und zahlten viel Geld dafür, um sich von dem ,,Großen Seher‘‘ erleuchten und inspirieren zu lassen. Auch Clint Eastwood machte beim Maharishi Mahesh Yogi seine Aufwartung.
Sein Meditations-Imperium, die TM-Bewegung, wuchs rasend schnell. Es soll heute etwa 80 Millionen Menschen auf der ganzen Welt umfassen, die Yogi-Jünger sind und an sein Credo glauben, das da lautet: ,,Erfolg entsteht erst durch Glück. Strebe immer und nur nach Glück.‘‘

Sein eigenes Glück suchte der indische Star-Guru seit 1990 in den Niederlanden. In Vlodrop, nicht weit von Maastricht, kaufte er ein altes Franziskaner-Kloster samt Landgut auf dem es steht. Er taufte es auf ,,Global Country of World Peace.‘‘ Es wurde der Hauptsitz der TM-Bewegung. Vor hier aus sandte der Guru seine Video-Botschaften zuletzt per Internet rund um den Globus an seine Jünger.
Auf dem Landgut mit Ashram und der Vedic Universität in den Niederlanden wohnen und arbeiten etwa 500 TM-Anhänger. Der geschäftstüchtige Guru führte dort sogar seine eigene Währung ein - den Raam. Ein Raam entspricht 10 Euro. Die belgisch-niederländische Fortis Bank garantiert den Wechselkurs. In den USA, genauer in Fairfield, Iowa und in Lelystadt, Niederlande, wurden zwei Maharishi Universitäten gebaut.
Sein Nachfolger soll angeblich Maharaja Nader Raam sein. Es soll das transzendentale Meditationszentrum im Sinne des jetzt verstorbenen Meisters weiterführen.

6.2.2008


/ Textende / Copyright © by HELMUT HETZEL / Den Haag /

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 28. Februar 2009 um 17:59 Uhr  
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