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Sex sells like Berlusconi

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Escort Girl auf Kuba

Sex sells - auch in der Krise


Von HELMUT HETZEL

Den Haag. Es gibt Branchen, die sind einfach krisenbeständig. Sie florieren auch dann, wenn so mancher den Euro zweimal umdrehen muss, bevor er ausgegeben werden kann. Eine dieser krisenresistenten Branchen ist der gehobene Escort Service bei dem sich gut betuchte Männer gut erzogene und ausgebildete junge und hübsche Damen gegen Bezahlung mieten können. ,,Die Nachfrage steigt bei uns eher an in Krisenzeiten. Denn meine Kunden suchen dann häufiger die Entspannung, weil es in ihrem Job stressiger ist,‘‘ weiß Zoe Vialet aus Erfahrung. Sie betreibt das nach ihrem Künstlernamen benannte Escortbüro Vialet, das zu den besten und teuersten der Niederlande gehört. Wer bei Zoe anruft, um eines ihrer ,,Mädchen‘‘ zu buchen, wie die 26jährige Akademikerin ihre Mitarbeiterinnen nennt, der muss tief in die Tasche greifen.

 

,,Am besten verkauft sich momentan unser Sauna-Arrangement. Das sind fünf Stunden mit dem Mädchen, inklusive Sex zum Preis von 1.200 Euro. Getränke und das Essen sind nicht im Preis inbegriffen,‘‘ sagt die studierte Soziologin, die durch ihre Magisterarbeit in die Branche kam. Ihre akademischen Würden erlangte sie nämlich durch eine Studie zum Thema: ,,High Class Escort‘‘ an der Rotterdamer Erasmus Universität.

silvioberlusconi

Silvio Berlusconi - er macht gerne vom Escort-Service Gebrauch


Die bildhübsche schwarzhaarige Zoe, die selbst ,,nicht zu buchen ist,‘‘ aber außer als Escort-Unternehmerin als Modell und Mannequin arbeitet und sich für den Playboy schon mal nackt ablichten ließ, hat noch ein zweites Arrangement, das sich in diesen Krisenzeiten gut verkauft, im Angebot. Es ist ein komplettes Wochenende mit einem ihrer ,,Mädchen‘‘ Samstag und Sonntag zum Preis von 4.600 Euro. Hotelkosten, Essen, Getränke sind bei diesem stolzen Preis nicht mit eingeschlossen, so dass das ,,Relax-Wochenende‘‘ für den vermögenden Mann gut und gerne noch einige Tausender teurer werden kann. Denn das sind Zoe´s Kunden: Vermögende Männer, meist verheiratet, Unternehmer, Ärzte, Schauspieler, Banker, Manager. Männer eben, die viel Geld haben und die viel Geld ausgeben, um sich verwöhnen zu lassen.


Aber nicht nur die Kunden von Zoe sind anspruchsvoll. Die Escort-Chefin stellt auch hohe Ansprüche an ihre Mitarbeiterinnen. ,,Sie müssen ihren Job freiwillig machen. Geld verdienen sollte nicht ihr oberstes Ziel sein. Sie müssen gebildet sein. Ein abgeschlossenes Universitätsstudium haben die meisten Mädchen, die für mich arbeiten. Viele machen es auch einfach nebenberuflich, weil es ihnen einfach Spaß macht. Unter meinen Mädchen sind auch Juristinnen, sogar Ärztinnen, die sich einfach etwas hinzu verdienen wollen, die aber auch ein gutes Gespräch führen können und ein solches zu schätzen wissen. Diese Frauen tun es nicht in erster Linie für das Geld.‘‘ Das klingt ein wenig nach ,,Pretty Woman‘‘ und Julia Roberts, was die charmante Soziologin da sagt. Aber Zoe beteuert: ,,So weit weg ist Pretty Women nicht von der Realität, wie sie sich in meinem Escort-Büro abspielt.

 

 

Escort-Girl

 

Zoe hat alles perfekt und korrekt geregelt. Ihr Unternehmen, das Frauen vermietet, ist bei der Handelskammer registriert. Sie zahlt ihre Steuern korrekt, auch wenn der Höchststeuersatz von 52 % für ihre Einnahmen manchmal wehtut, verdient sie per Saldo ,,immer noch sehr gut.‘‘ Wie viel, das ist Berufsgeheimnis, ebenso wie die Anzahl der Damen, die für sie arbeiten. An denen mangelt es nicht. Denn in der Damenwelt scheint die Krise doch spürbar zu sein. ,,Es bewerben sich bei mir jetzt
mehr Frauen als vor der Krise. Aber ich bleibe bei meinen strengen Auswahlkriterien. Die Frauen müssen Niveau haben und wenn sie es nur fürs Geld tun wollen und ich merke das, können sie nicht für mich arbeiten.‘‘

20.12.2009

/ Textende / Copyright © by HELMUT HETZEL / Den Haag

 

 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 12. März 2010 um 10:26 Uhr  
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