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Gut aber teuer - Die Kosten für Königin Beatrix

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Königin Beatrix der Niederlande

110 Millionen Euro für die Monarchie

Ausgaben von Königin Beatrix werden gedeckelt/Künftig festes Budget, das nicht überschritten werden darf

Von HELMUT HETZEL

Den Haag. Alles begann mit dem ,,Groene Draeck.‘‘ Groene Draeck, grüner Drachen, so heißt nämlich die Yacht Ihrer Majestät Königin Beatrix der Niederlande. Sie erhielt das Schiff zu ihrem 18. Geburtstag geschenkt. Es ist also nicht mehr das jüngste, wenn man bedenkt, dass Königin Beatrix am 31. Januar ihren 71. Geburtstag feiern konnte. Der ,,Groene Draeck‘‘ entpuppt sich nun im nachhinein als ein Geschenk, das der königlichen Familie von Oranien-Nassau keine große Freude bescheren dürfte. Denn weil die Instandhaltungskosten der Yacht im vergangenen Jahr mehr als drei Mal so hoch waren wie die für vergleichbare Yachten dieser Art und weil die Kosten auch noch vom Haager Verteidigungsministerium bezahlt wurden, tickte das niederländische Parlament dem Haager Premierminister Jan Peter Balkenende auf die Finger. Er ist als Regierungschef nämlich für die Kosten des Königshauses politisch verantwortlich. Es stellte sich während einer Parlamentsdebatte heraus, dass die Ausgaben und die Kosten, die das niederländische Königshaus macht, in einer geradezu kryptischen Art und Weise über zahlreiche Ministerien verteilt wurden, so dass am Ende fast niemand mehr genau wusste, was Königin Beatrix so alles ausgab. Das muss geändert werden, forderte das Haager Parlament. Zu recht. Und so geschieht es nun. Schließlich wird auch die niederländische Monarchie aus Steuergeldern finanziert. Ministerpräsident Jan Peter Balkenende handelte. So, wie es in den Niederlanden üblich ist. Er setzte eine Expertenkommission ein. Deren Vorsitz erhielt der ehemalige niederländische Finanzminister und heutige Chef der inzwischen verstaatlichten ABN Amrobank Gerrit Zalm. Zalm stellte das Ergebnis, das seine Kommission erarbeitet hat, nun der Öffentlichkeit vor. Es ist hart für die Königin und ihre Familie. Denn in Zukunft soll die Königin und ihre Familie ein fest fixiertes und exakt definiertes Budget erhalten, ähnlich wie Ministerien auch. Dieses ,,königliche‘‘ Budget für das Staatsoberhaupt wird vom jeweiligen niederländischen Ministerpräsidenten verantwortet. ,,Es wird transparent sein und im Haushalt unter dem Posten ,,De Koning‘‘ (der König) im Gesamthaushalt aufgeführt werden. Es ist also für jedermann künftig einsichtig,‘‘ sagt Gerrit Zalm.
Frage an ihn: ,,Was kostet dem niederländischen Steuerzahler die Monarchie eigentlich?‘‘ Antwort: ,,Insgesamt sind es rund 110 Mio. Euro. Aber auf die königliche Familie, die Repräsentationskosten für das Staatsoberhaupt und die Apanagen entfallen rund 39 Millionen Euro.‘‘ Ist es das wert? ,,Königin Beatrix erfüllt ihre Aufgabe hervorragend. Es gibt keinen einzigen Grund, ihre Ausgaben zu beschneiden.‘‘
Dennoch wird das Budget des niederländischen Staatoberhauptes durch den neuen Etat, der künftig dafür aufgestellt werden soll, gedeckelt, also de facto limitiert. Was geschieht, wenn die Königin in Zukunft ihr Budget überschreitet? ,,Dann hat der Ministerpräsident ein Problem. Er ist dafür verantwortlich. Er muss dann bei seinem Finanzminister in die Beichte,‘‘ scherzt Zalm.

beatrix-de-groene-draeckAm Hof selbst wird der Vorschlag, die Ausgaben der königlichen Familie und die der Königin künftig zu budgettieren, nicht kommentiert. Aber die Königin dürfte wohl ,,not amused‘‘ darüber sein, dass alles was sie für ihre offizielle Hofhaltung ausgibt, künftig für jedermann einsichtig sein wird. Das gilt natürlich nicht für ihre Privatausgaben oder die Privatausgaben ihres ältesten Sohnes und Thronfolgers Kronprinz Willem-Alexander (41) und dessen Frau Prinzessin Maxima (37). Was diese mit ihrer jährlichen millionenschweren Apanage machen, ist ihre Sache. Willem-Alexander und Maxima haben mit eigenem Geld gerade eine Riesen-Hotel-Ranch in Argentinien für 2,5 Mio. Euro gekauft. Außerdem lassen sie sich eine Ferienvilla in Mosambik bauen und investieren dort in eine große Ferien- und Hotelanlage. Die Königin lässt gerade ihr Privatschloss Draekestijn in der Nähe von Utrecht renovieren. Die Kosten dafür braucht sie allerdings nicht selbst zu bezahlen. Denn für die Ausgaben für die königlichen Paläste sowie für die Bewachung der königlichen Familie durch Bodyguards kommt auch der niederländische Staat auf. Diese beiden Posten, also Paläste und Sicherheit, werden allerdings nicht mit ins neue königliche Budget mit aufgenommen. Warum nicht? Antwort Zalm: ,,Das ist nicht üblich. Auch in anderen Monarchien wird das nicht getan.‘‘
Aber was Instandhaltung der Yacht ,,De Groene Draeck‘‘ dem niederländischen Steuerzahler jährlich kostet, das wird künftig für jeden Niederländer einsichtig sein.

/ Textende / Copyright © by HELMUT HETZEL / Den Haag

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 05. März 2009 um 16:16 Uhr  

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