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Niederländische Prinzessin Christina trickst den britischen Fiskus aus

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Prinzessin christinaVon HELMUT HETZEL
 
Den Haag. Sie wohnt in London und ist nach dem Gesetz daher auch in Großbritannien steuerpflichtig. Doch die niederländische Prinzessin Christina trickst den britischen Fiskus clever aus, um Steuern zu sparen. Dabei macht die 62jährige Prinzessin der Niederlande Gebrauch vom Schloss ihrer älteren Schwester, Königin Beatrix der Niederlande, die gerade 71 Jahre wurde. Dort im aufwendig renovierten und geräumigen Schloss Noordeinde im Herzen von Den Haag ist nämlich viel Platz. Platz auch für die Stiftung Protector Daffodil Trust. Sie hat in Den Haag im Palast von Königin Beatrix ihren Hauptsitz – pro forma, als Briefkastenfirma. Das ist kein Zufall. Denn die Stiftung verwaltet das gesamte Vermögen von Prinzessin Christina. Das dürfte nicht gering sein, da Prinzessin Christina von ihren verstorbenen Eltern Ex-Königin Juliana und Prinz Bernhard wohl eine stolze Summe geerbt haben dürfte und sie daher schätzungsweise einige Millionen Euro durch ihre Stiftung verwalten lässt. Die mit Hauptsitz in Den Haag ansässige Stiftung Protector Daffodil Trust wiederum hat ebenfalls eine Adresse auf der britischen Kanalinsel Guernsey, so dass das Geld ihrer Stiftung zwischen den Niederlanden und Großbritannien steuerfreu hin und her transferiert werden kann, berichtet die Amsterdamer Zeitung ,,de Volkskrant.‘‘ Die Guernsey-Steuerroute der Stiftung von Prinzessin  Christina ist sogar ordnungsgemäß bei der niederländischen Handelskammer in Den Haag gemeldet und registriert. Denn die Finanztransaktionen der Stiftung zwischen Den Haag, dem britischen Freihafen Guernsey und London sind ganz legal.
Schlaue Finanzberater haben Prinzessin Christina auf diese steuerlich so attraktive Konstruktion hingewiesen, als die Niederländerin nach ihrer
Scheidung von ihrem einstigen Gatten Jorge Guillermo 1996 von New York nach London übersiedelte.
Dass ein Mitglied der königlichen Familie der Niederlande auf diese Weise den britischen Fiskus austrickst, um die Vermögenssteuer zu sparen, ist zwar legal, es ist aber alles andere als die feine britische Art. Möglicherweise sind die Royals der Familie Windsor in Großbritannien ,,not amused‘‘ darüber sein, dass ihrem Land auf diese Weise vermutlich stattliche Summen an Steuergeld vorenthalten werden. Auch dem Image des niederländischen Königshauses dürfte das ,,Guernsey-Routing‘‘ von Prinzessin Christina nicht gerade zuträglich sein. Denn die Prinzessin und ihrer cleveren Berater waren so ausgefuchst, dass sie ihre Briefkastenkonstruktion und die offiziellen Sitze ihrer Stiftung sowohl von den britischen als auch von den niederländischen Finanzbehörden erst überprüfen ließen, bevor sie überhaupt eingerichtet wurde. Erst nachdem sowohl der britische als auch der niederländische Fiskus – wohl zähneknirschend – eingestehen mussten, dass eine solche Vermögensverwaltung nach den geltenden Gesetzen nicht zu beanstanden sei, erst dann wurde sie auch tatsächlich realisiert.
Da der Hauptsitz der Stiftung sich in einem offiziellen Palast von Königin Beatrix der Niederlande in Den Haag befindet, kann wohl auch davon ausgegangen werden, dass das niederländische Staatsoberhaupt nicht nur darüber informiert ist, sondern dass Königin Beatrix sogar ihre Zustimmung gab, dass sich der Protector Daffodil Trust ihrer jüngsten Schwester mit Hauptsitz in ihrem Palast in Den Haag pro forma niederlassen kann.
 
/ Textende / Copyright © by HELMUT HETZEL / Den Haag /
 
Zuletzt aktualisiert am Montag, 09. Februar 2009 um 17:44 Uhr  
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