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Jasper Schuringa - Held von Detroit

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Der Held von Detroit

Jasper Schuringa

Jasper Schuringa bei CNN

 

Haager Regierung gratuliert zur mutigen Tat im Flugzeug


Von HELMUT HETZEL

Den Haag. Jasper Schuringa ist der Held von Detroit. Denn dem 32jährigen Niederländer gelang es gemeinsam mit einem Purser den mutmaßlichen nigerianischen Terroristen Farouk Abdulmuttalab im Flugzeug der Northwest Airlines kurz vor der Landung in Detroit zu überwältigen, nachdem Abdulmuttalab Sprengstoff gezündet hatte. ,,Als er gesehen hat, was der Nigeraner tat, ist er aus seinem Sitz gesprungen und hat den Mann überwältigt. Jasper hielt den Nigerianer im Würgegriff, ihm und einem Purser ist es gelungen, die Flammen zu löschen. Dann haben sie den Mann zusammen in den vorderen Teil des Flugzeuges geschleppt, wo sie ihn bis zur Landung festhielten,‘‘ berichtet Mutter Ingrid Schuringa, die inzwischen mit ihrem Sohn in den USA telefoniert hat in der Zeitung ,,De Telegraaf''. ,,Er wird behandelt wie ein Held, aber vom FBI auch verhört, weil die Amerikaner alle Details wissen wollen, was sich im Flugzeug ereignet hat,‘‘ berichtet Jasper Schuringas Mutter Ingrid in der Amsterdamer Zeitung ,,de Telegraaf‘‘ weiter. Ihr Sohn habe sich bei seiner heldenhaften Rettungsaktion mit der er vermutlich eine Explosion an Bord des Flugzeuges verhindert hat, die rechte Hand verbrannt. Denn der mutmaßliche Terrorist Faruk Abdulmuttalab sei bereits dabei gewesen, die gefährliche Sprengladung, die er an seinem Körper trug, zu zünden. Jasper Schuringa konnte durch sein schnelles Handeln das gerade noch verhindern. ,,Es hätte auch ganz anders ausgehen können, wenn Jasper nicht so blitzschnell reagiert hätte, nachdem er sah, dass der Nigerianer dabei war, sich selbst anzuzünden,‘‘ sagt seine Mutter weiter.


Jasper Schuringa selbst berichtete im US-Sender CNN, er sei kurz vor der Landung ,,durch einen Knall‘‘ aufgeschreckt worden. ,,Dann hat es gebrannt, Rauch stieg auf. Ich saß in der rechten Reihe hinter dem Mann, der auf der linken Reihe vor mir saß (Sitz 19 A, htz) und unter dessen Sitz die Flammen loderten. Ich habe keinen Moment gezögert, bin auf den Mann zugerannt, habe mich auf ihn geworfen und versucht, das Feuer zu löschen.

 

Glaubt mir, wenn Feuer im Flugzeug ist, dann ist man sofort hell wach.

Mir war schlagartig klar. Der Kerl will das Flugzeug in die Luft jagen. Das wollte ich verhindern.

 Es ist gelungen, auch dank der Hilfe des Kabinenpersonals.‘‘

 

         Holländer sind stolz auf ihren Helden


Die niederländische Regierung hat dem ,,Helden von Detroit‘‘ bereits telefonisch gratuliert.

Königin Beatrix denk darüber nach, ihm einen Orden zu verleihen.

Viele Niederländer wollen, dass ihm ein Denkmal gesetzt wird.

Seine Mutter Ingrid Schuringa meint: ,,Die Sicherheitsbehörden auf dem Amsterdamer Flughafen haben nun ein Problem. Wie konnte der Mann mit dem Sprengstoff am Leib durch die Kontrollen kommen?‘‘ Und nicht nur sie fragt sich das. Die niederländische Koordinationsbehörde für Terrorismusbekämpfung (NCTB) ermittelt bereits. Denn Faruk Abdulmuttalab war aus Nigeria mit einer KLM-Maschine kommend auf dem Amsterdamer Flughafen zwischengelandet und dann dort auf eine Maschine der Northwest Airlines Flug NW 253 nach Detroit umgestiegen. Er musste auf dem Amsterdamer Airport alle in Europa üblichen Sicherheitskontrollen absolvieren, heißt es seitens der Flughafenbehörden. Doch selbst bei den strengen Kontrollen haben die Sicherheitskräfte und die Amsterdamer Grenzpolizei den Sprengstoff, den Faruk Abdulmuttalab am Körper trug, nicht entdeckt. Er soll ihn im Genitalbereich verborgen haben. Die Metalldetektoren der Sicherheitsschleusen konnten den chemischen Sprengstoff, den der mutmaßliche Terrorist bei sich trug, ebenfalls nicht signalisieren.

 

Auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol sind am gestrigen Sonntag  (26.12. 2009) wie auf anderen internationalen Flughäfen auch, die Sicherheitskontrollen erheblich verschärft worden. Alle Reisenden müssen sich nun wieder Leibesvisitationen der Flughafenpolizei gefallen lassen. Das Handgepäck wird gründlich durchsucht. Folge: Lange Wartezeiten beim Einchecken, nachdem der ,,Weihnachtsbomber‘‘ gefasst und dessen Anschlag in letzter Sekunde glücklicherweise verhindert werden konnte.

27.12.2009

/ Textende / Copyright © by HELMUT HETZEL / Den Haag

 

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 07. Januar 2010 um 17:05 Uhr  
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