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Niederländischer Islamkritiker Wilders ist in Großbritannien nicht willkommen / Heftiger diplomatischer Streit zwischen Den Haag und London

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geert_wildersVon HELMUT HETZEL

Den Haag. Der niederländische Abgeordnete und Islamkritiker Geert Wilders ist in Großbritannien nicht willkommen. Er stelle eine ,,Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit dar,‘‘ meint das britische Innenministerium. Ihm werde daher die Einreise in das Vereinigte Königreich nicht mehr gestattet. Der Akt der britischen Regierung, Geert Wilders als ,,ungewünschte Person‘‘ und ,,Persona non grata‘‘ zu erklären, löste in den Niederlanden helle Empörung aus. Der niederländische Außenminister Maxime Verhagen bestellte den britischen Botschafter ins Haager Außenministerium ein, und er telefonierte mit seinem Amtskollegen Millband in London, um gegen das Einreiseverbot von Wilders zu protestieren.

Verhagen nannte es völlig unakzeptabel, dass einem Mitglied des niederländischen Parlaments die Einreise in ein anderes Land der EU verweigert werde, zumal Geert Wilders eine offizielle Einladung des britischen Oberhauses habe. Wilders soll den britischen Lords im Oberhaus seinen islamkritischen Film ,,Fitna‘‘ vorführen und mit ihnen darüber debattieren. Sein Besuch ist für den Donnerstag 12.2.2009 geplant. ,,Ich beabsichtige noch immer, zu fliegen. Sollen sie mich nach meiner Ankunft in London doch verhaften und mir Handschellen anlegen. Dann sehen wir weiter.‘‘

Groß ist auch die Empörung und Kritik in den Medien und den politischen Parteien über das britische Einreiseverbot für Wilders. Auch zahlreiche Politiker, die mit den politischen Ideen und der Islamkritik von Geert Wilders überhaupt nicht einverstanden sind, haben sich nun mit ihm solidarisiert. ,,Das ist ein gefährlicher  Präzedenzfall, der nicht akzeptiert werden kann,‘‘ warnt Harry van Bommel, außenpolitischer Sprecher der oppositionellen Sozialisten (SP). Van Bommel ist in der innenpolitischen Debatte in den Niederlanden einer der schärfsten Kritiker von Wilders. Aus den USA meldete sich die dort nun lebende Ayaan Hirsi Ali zu Wort. Sie sagte: ,,Was die Briten machen, das verstößt eindeutig gegen die in der EU vereinbarte Freizügigkeit des Reisens für Bürger der Union.‘‘ London führe ,,eine kranksinnige Seifenoper‘‘ auf, so Ayaan Hirsi Ali weiter. Sie gilt neben Geert Wilders als eine der prominentesten niederländischen Islamkritiker und drehte zusammen mit dem Regisseur Theo van Gogh den Film ,,Submission.‘‘ Darin wird die Unterdrückung der Frauen im Islam angeprangert. Theo van Gogh musste das mit seinem Leben bezahlen. Er wurde im November 2004 von einem fanatischen Muslim in Amsterdam ermordet.

Ähnlich wie Ayaan Hirsi Ali argumentiert der niederländische Justizminister Ernst Hirsch-Ballin: ,,Die Briten können einem niederländischen Abgeordneten nicht einfach so den Zugang zu ihrem Land verweigern.‘‘ ,,Die Briten haben Angst vor Wilders,‘‘ spottet die größte Zeitung des Polderlandes ,,De Telegraaf.‘‘

Der niederländische Islamkritiker mit seiner blondierten Mozartfrisur droht nun Opfer eines neuen britischen Gesetzes zu werden, das vorschreibt, dass Personen, die in Großbritannien Spannungen auslösen oder die innere Sicherheit gefährden könnten, die Einreise verweigert werden kann. So wurde kürzlich auch dem israelischen Politiker Mosche Feiglin der Zugang zum Vereinigten Königreich untersagt, weil er sich abneigend über Muslime ausgelassen hatte. In anderen Ländern wie etwa den USA oder Israel dagegen ist Geert Wilders willkommen und kann er seinen Film ,,Fitna‘‘ ungehindert zeigen und darüber mit dem Publikum debattieren. Vor einigen Wochen war er sogar auch noch in Großbritannien. Damals gab es für Wilders keine Probleme bei der Einreise auf die britische Insel. Nun plötzlich wird er als Sicherheitsrisiko eingestuft.



/ Textende / Copyright © by HELMUT HETZEL / Den Haag /
Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 11. Februar 2009 um 16:51 Uhr  
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