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Hotel Honecker in Holland

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Sozialistische Bruderliebe

Holland hat ,,Hotel-Honecker‘‘


In einem Flugzeug des Ex-DDR-Diktators


Von HELMUT HETZEL

Den Haag. Holland hat ein ,,Hotel Honecker.'' Es ist aber kein gewöhnliches Hotel. Nein, das ,,Hotel Honecker‘‘ befindet sich in einer alten ausrangierten Regierungsmaschine der DDR, mit der der Ex-Diktator des so genannten ,,Arbeiter- und Bauernstaats‘‘ zu Leb- und Amtszeiten jedoch häufig durch die Gegend flog, beispielsweise zu Staatsbesuchen in die sozialistischen Bruderstaaten wie etwa Kuba, die ehemalige Sowjetunion oder nach Vietnam und China. Der einstige Honecker-Flieger, eine alte Iljuschin 18, steht jetzt als ,,Hotel Honecker‘‘ auf dem Flughafen Teuge bei Apeldoorn. Es sind derzeit noch Zimmer frei, weil es gerade erst eröffnet hat. Die Suite ist sehr luxuriös ausgestattet. Sie hat sogar ein Jacuzzi und eine Sauna. Eine Nacht in der Suite des ,,Hotel Honecker‘‘ kostet 350 Euro, ohne Frühstück. Denn in der einstigen Regierungsmaschine der DDR-Bonzen ist kein Purser und keine Stewardess an Bord. Man kann sich aber selbst aus der prall gefüllten Hausbar bedienen und ein Diner und ein Frühstück bestellen, das dann auch prompt zum einstigen Honecker-Flugzeug geliefert wird. Von einem solchen  Service konnten die Bürger im Unrechtsstaat DDR nur träumen.


Eigentümer und Betreiber des holländischen ,,Honecker-Hotels‘‘ ist der niederländische Unternehmer und Hotelier Ben Thijssen. ,,Ich habe das Flugzeug zufällig in den kleinen Städtchen Harbke in Ostdeutschland entdeckt. Dort stand es mit einem großen Schild versehen: Zu verkaufen. Der deutsche Besitzer, der die alte Iljuschin in ein Restaurant hatte umbauen lassen, wollte sie loswerden. Für 25.000 Euro habe ich sie gekauft.‘‘


Der Flieger wurde teilweise zerlegt und mit Spezialtransportern in die Niederlande gefahren, dort wieder zusammengebaut, mit einer neuen luxuriösen Innenausstattung versehen und auf dem Flugplatz von Teuge geparkt. Denn fliegen kann die alte Iljuschin nicht mehr. ,,Von unserem Hotel-Honecker aus hat man ein phantastischen Ausblick auf die Start- und Landebahn. Wir haben sogar noch eine Terrasse mit angebaut, so dass man bei schönem Wetter draußen sitzen kann,‘‘ sagt der Eigentümer des originellen Hotels. Er hat nach eigenen Angaben ein Vermögen in den Umbau des alten Fliegers investiert: ,,Insgesamt kostet mich das Projekt rund 450.000 Euro.‘‘ Angst, dass sein ,,Hotel Honecker‘‘ ein Flop werden könnte, weil dort niemand schlafen will, hat der kreative Unternehmer nicht. ,,Es gibt hier in den Niederlanden massenhaft Menschen, die originelle Hotels und Unterkünfte suchen. Sie schlafen im Heu auf Bauernhöfen oder in umgebauten Leuchttürmen in Häfen. Warum sollten sie nicht auch einmal in einem umgebauten Flugzeug nächtigen. Dazu noch in einem, das früher so prominente Passagiere befördert hat.‘‘

 

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Der Hotelier des ,,Hotels Honecker‘‘ ist daher zuversichtlich, dass er seine Unterkunft gut vermieten kann. Er rechnet damit, dass der alte Honecker-Flieger jeden Tag ausgebucht sein wird. ,,Es ist ein originelles Hotel mit Flügeln und Propellern. Selbst das Cockpit ist noch im Originalzustand.‘‘ Es hat auch eine Besonderheit. Es hat drei Sitze. Zwei für die beiden Piloten und einen für den Stasi-Offizier, der immer mitflog, um die Piloten zu überwachen, damit diese den richtigen Kurs hielten.

28.5.2009

/ Textende / Copyright © by HELMUT HETZEL / Den Haag /

Zuletzt aktualisiert am Montag, 01. Juni 2009 um 14:36 Uhr  
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