Hetzel Media - News Benelux

  • Schrift vergrößern
  • Standard Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern

Holländische Polizei macht mit U-Boot Jagd auf Fäkalien/Niederlande perfektionieren ihren Überwachungsstaat

E-Mail Drucken PDF

Holländische Polizei macht mit U-Boot Jagd auf Fäkalien/Niederlande perfektionieren ihren Überwachungsstaat – nun auch zu Wasser
 
Von HELMUT HETZEL
 
Den Haag. Die niederländische Polizei geht auf Tauchstation. Denn der Aufgabenbereich der Fahnder im Oranjestaat wird erheblich erweitert. Fortan werden auch die unterirdischen Feuchtgebiete kontrolliert.
Ab März nämlich bekommt das niederländische FBI, das ,,Korps Landelijke Politiediensten‘‘ (KLPD),  eigene U-Boote. Mit den neuen U-Booten dürfen die Polizisten unter Wasser in den unzähligen Grachten und Kanälen sowie Binnengewässern der Niederlande dann einen neuen Kontrolldienst ausführen: Sie gehen auf Fäkalien-Jagd – zum Schutz der Umwelt, wie es heißt.
 
Denn seit 1. Januar 2009 ist in den Niederlanden ein neues Gesetz in Kraft getreten. Es verbietet, dass menschliche Ausscheidungen von Booten direkt im Wasser entsorgt werden. Wer gegen das neue Umweltschutzgesetz verstößt, muss mit hohen Bußgeldern rechnen.
Die Mini-U-Boote der holländischen Fäkalien-Polizei werden daher ab März die Gewässer der Niederlande unsichtbar durchfahren. Sie können dann unter Wasser kontrollieren, ob von den unzähligen Booten  und Yachten, die ständig auf holländischen Gewässern unterwegs sind, das neue Gesetz und die neuen Hygiene-Vorschriften auch eingehalten werden.
Das neue niederländische Polizei-U-Boot hatte gerade seine Weltpremiere auf der Messe Boot in Düsseldorf. Es wird dem heimischen Publikum aber erst auf der hiesigen Bootsmesse, der Hiswa, zwischen dem 3. und dem 8. März vorgestellt. Bis dahin soll es auch im Einsatz sein.
Möglicherweise wird die niederländische U-Bootflotte der Polizei bald noch aufgestockt und mit neuen Fahndungsaufgaben ausgestattet. Da das Polizei-U-Boot, das aussieht wie ein schwimmender Schuh, die niederländischen Nationalfarben rot, weiß, blau trägt, und das bis zu 70 Meter tief tauchen kann, klein und wendefähig ist, könnte es auch zur Drogenfahndung unter Wasser eingesetzt werden. Denn viele Drogenschmuggler transportieren ihren Stoff nicht in ihren Schiffen, sondern ziehen die Drogen oft in Spezialbehältern hinter den Schiffen her oder befestigen die Drogenbehälter außen am Schiffsrumpf unterhalb des Wasserspiegels.
Das könnte ein Polizei-U-Boot sichten.
 
Das dritte mögliche Aufgabengebiet der neuen niederländischen Polizei-U-Boote könnte die Überwachung der zahlreichen Wassersport-Aktivitäten auf den niederländischen Gewässern sein. Segeln und Wasserski unter Polizeikontrolle.
 
Mit dem Einsatz der Polizei-U-Boote in Holland wird der niederländische Überwachungsstaat weiter perfektioniert. Denn zu Lande ist er bereits nahezu perfekt. So werden bereits alle Autobahnen, Bahnhöfe und viele öffentlichen Gebäude und Räume, wie etwa auch der weltberühmte Amsterdamer Rotlichtbezirk ständig von Videokameras überwacht. Die vielen automatischen Radar-Blitzanlagen auf den Straßen des orwellschen Oranjestaates kennen ebenfalls keine Gnade für die Autofahrer. Schon dann, wenn man fünf Stundenkilometer zu schnell fährt, ist ein Knöllchen fällig, das gleich den stolzen Betrag von 29 Euro fordert. Wer die zulässige Höchstgeschwindigkeit in den Niederlanden um mehr als 50 km/h überschreitet, wird wie ein Verbrecher behandelt und muss sich vor Gericht verantworten.
 
Der totalen Kontrolle des niederländischen Straßenverkehrs und vieler städtischer Straßen, Plätze und Räume, folgt nun also auch die Kontrolle der Gewässer, die etwa ein Drittel des niederländischen Territoriums ausmachen. Selbst George Orwell wäre wohl nie auf die Idee gekommen, dass es eines Tages irgendwo eine Fäkalien-Polizei geben könnte, die per U-Boot unterwegs ist und Bußgelder verhängt.
 
/ Textende / Copyright © by HELMUT HETZEL / Den Haag /

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 10. Februar 2009 um 01:02 Uhr  
feed image


Banner
Banner