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Braukonzern Anheuser Busch Inbev braucht Geld

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Braukonzern Anheuser Busch Inbev muss Schulden abbauen


Wird Beck's Bier verkauft?

Von HELMUT HETZEL

Den Haag. Der Braukonzern Anheuser Busch/Inbev will weitere Firmenteile verkaufen, die Kosten drastisch senken, um die hohen Schulden abzubauen.
Möglicherweise trennt sich der weltgrößte Braukonzern wieder von seiner deutschen Spitzenmarke Beck's Bier. Auch die amerikanischen Vergnügungsparks ,,Busch Gardens,‘‘ die zu Anheuser Busch gehören, stehen zur Disposition.

Für das Management gibt es derzeit wenig zu feiern. AB Inbev-Chef Carlos Brito und das übrige Management des Brauers erhalten für das zurückliegende Geschäftsjahr 2008 keine Boni, weil das von dem größten Braukonzern der Welt erwirtschaftete Ergebnis für 2008 hinter den Markterwartungen zurück blieb und insbesondere im vierten Quartal 2008 netto um rund ein Drittel auf 351 Mio. Euro oder 0,35 Euro je Aktie zurückging. Das operative Bruttoergebnis vor Steuern, Abschreibungen und Amortisation (Ebitda) legte im vierten Quartal 2008 jedoch um 13 % auf 1,72 Mrd. Euro zu. Die Quartalsumsätze zogen um rund 4 % auf 5,247 Mrd. Euro an. Anheuser Bush ist seit November 2008 in den Zahlen der neuen Bierkombination AB Inbev enthalten, daher wurden die Vergleichszahlen für das Ergebnis in 2007 pro forma hochgerechnnet

Becks Bier

 

Die Schlussdividende für die Aktionäre soll für das zurückliegende Jahr unverändert 0,28 Euro je Aktie betragen und wird am 5. Mai ausgeschüttet, so dass die Gesamtausschüttung für 2008 2,44 Euro je Anteilschein beträgt, teilte AB Inbev im Geschäftsbericht 2008 mit.
Der mit einem Bierausstoß von jährlich 242 Millionen Hektolitern mit Abstand größte Braukonzern der Welt, der Biermarken wie Budweiser, Beck's, Labatt, Leffe, Jupiler, Brahma und Stella Artois im Sortiment hat, muss nun mitten in der Wirtschaftskrise noch Schulden in Höhe von 45 Mrd. Dollar abbauen, die aus der Übernahme des US-Brauers Anheuser Busch (AB) resultierten. Inbev akquirierte Anheuser im vergangenen Jahr zum stolzen Preis von 52 Mrd. Dollar. Der belgisch-brasilianisch-amerikanische Bierkonzern will aber im Zuge der Fusion zwischen AB und Inbev in den kommenden zwei Jahren einen Synergievorteil von bis zu 2,25 Mrd. Dollar erwirtschaften und denkt über die Gründung eines zweiten Hauptsitzes in New York nach. Hauptsitz ist Leuven in Belgien, wo Inbev seit  dem Jahr 1366 Bier braut.

AB Inbev ist jetzt mit seinen Biermarken in 30 Ländern vertreten und beschäftigt weltweit 120.000 Mitarbeiter. 40 % des Umsatzes werden nach der Übernahme von Anheuser Busch in den USA erwirtschaftet mit den dortigen Marken Budweiser und Bud Light.
In der Chefetage von AB Inbev geht man davon aus, dass der Bierabsatz auch in Zeiten der wirtschaftlichen Krise weiter gesteigert werden kann. ,,Die Leute steigen von Wein und Spirituosen um auf Bier. Sie trinken ihr Bier aber nicht mehr so oft in der Kneipe, sondern lieber zu Hause,‘‘ meint AB Inbev-Finanzvorstand Filipe Dutra.

Die AB Inbev-Aktien avancierten an der Brüsseler Börse zum Wochenschluss kräftig und legten per Saldo rund 5,3 % auf 20,68 Euro zu.
Auf Basis der aktuellen Gewinnschätzungen sind die AB Inbev-Titel mit einem KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis)  für 2009 von 12 bewertet und im Vergleich zu den Branchenkonkurrenten Heineken und SAB Miller - beide haben ein KGV von 10 und Carlsberg mit einem KGV von 8 am höchsten bewertet. Das von dem Brauereiriesen vorgelegte Ergebnis für 2008 konnte die hochgesteckten Markterwartungen nicht ganz erfüllen. Aber der Börsenkurs der Titel hat sich mitten in der Baisse seit November 2008 verdoppelt und in diesem Jahr um rund 25 % zugelegt. Der aktuelle Börsenwert des Bierkonzerns beträgt nun rund 33 Mrd. Euro. Die Bieraktien haben weiteres Kurspotenzial, wenn es wie vorgesehen gelingt, das Synergiepotenzial, das die Übernahme von Anheuser Bush bietet, voll auszuschöpfen. Aber erst müssen die hohen Schulden abbezahlt werden. Das hat jetzt Priorität.

/ Textende / Copyright © by HELMUT HETZEL / Den Haag /

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 07. März 2009 um 09:17 Uhr  
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