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Diamonds - a girl`s best friend

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marylin_monroeChinesen kaufen mehr Diamanten als Amerikaner

Diamanten-Metropole Antwerpen meldet Exporteinbruch von einem Drittel

Die Edelsteine verlieren an Glanz

Von HELMUT HETZEL

Antwerpen. ,,Diamonds are a girl´s best friend.'' Der berühmte Satz von Marilyn Monroe über die von so gut wie allen Frauen so begehrten funkelnden Edelsteine gilt auch heute noch. Aber selbst Diamanten funkeln in der jetzigen Krise nicht mehr so hell wie früher, obwohl sich das Sonnenlicht darin nach wie vor strahlend bricht. Ihr Glanz verblasst. Denn auch bei den Reichen dieser Erde scheint das Geld knapper zu werden. Sie geben offenbar weniger Geld für Schmuck und Diamanten aus. Denn der Export von geschliffenen Diamanten am Welthandelszentrum für die Edelsteine im belgischen Antwerpen ist in den vergangenen beiden Monaten regelrecht eingebrochen. Er sank im Januar und Februar um ein Drittel auf 577.144 Karat, was einem Geldwert von 758,7 Mio. Euro entspricht, teilte das ,,Antwerp World Diamant Centre (AWDC)‘‘ jetzt mit. Vor allem die bisherigen Hauptabnehmerländer für die in Antwerpen verhandelte und zu hochkarätigen Edelsteinen geschliffenen Diamanten kaufen in der flämischen Hafen- und Edelsteinmetropole immer weniger Hochkarätiges ein. Das sind die USA, die Schweiz, die Vereinigten Arabischen Emirate, Japan, Großbritannien, Italien und Frankreich.

 

     Viele Amerikaner können sich keine Diamanten mehr leisten

Diamanten und Emotionen

                                                     Photo by Oded Shapiro Antwerp Diamond Center

viele Chinesen schon, sie kaufen noch immer in Antwerpen die edlen Steine massenhaft ein.


Dort, vor allem in den USA, werden immer weniger funkelnde Edelsteine nachgefragt.
Die einzigen, die offenbar noch genug Geld haben, um auch in der jetzigen Wirtschaftskrise sich den Kauf von Diamanten noch leisten zu können, das sind die Chinesen. Im Januar und Februar dieses Jahres wurden nach China und insbesondere nach Hongkong von Antwerpen aus erstmals mehr Diamanten exportiert als in die USA. Das gab es noch nie. Das spricht Bände.


Noch stärker aber als der Export sanken die Einfuhren der Rohdiamanten, die an der Antwerpener Diamantenbörse gehandelt und dann in den zahlreichen Schleifereien veredelt und für den Weiterverkauf auf Hochglanz poliert oder in Brillanten veredelt werden. Der Diamantenimport sank nach Angaben der AWDC im Januar und Februar 2008 um 40 % auf einen Wert von 541,3 Mio. Euro. ,,Vor allem der Handel mit Rohdiamanten leidet unter der Krise. Die Einfuhr der Rohdiamanten, die bei uns in Antwerpen dann geschliffen werden, sank um über 42 % in den vergangenen beiden Monaten, zeitweilig hatten wir Einbrüche bis 70 %‘‘ stellt AWDC-Sprecher Philip Claes fest.
Er enthüllt noch ein anderes interessantes Detail. Israel, das traditionell ähnlich wie Antwerpen einen großen Anteil am weltweiten Diamantenhandel hat, gibt momentan keine aktuellen Zahlen mehr frei, wie sich das Diamantengeschäft dort entwickelt. ,,Wir wollen Transparenz, aber Israel hält die Diamanten-Handelsstatistiken neuerdings geheim. Es wäre besser, sie wieder zu veröffentlichen, dann hätten wir einen Überblick über das Geschäft,‘‘ fordert der Antwerpener Diamentair Philip Claes.

Von der sinkenden Nachfrage nach Diamanten direkt betroffen sind vor allem die Haupterzeugerländer der Edelsteine. Das sind vor allem Russland, Botsuana, Australien, Kanada, Südafrika, der Kongo, Angola, Namibia und Brasilien. Der starke Nachfragerückgang nach den Edelsteinen trifft sowohl für die Schmuckdiamanten als auch für die Industriediamanten zu.
Dem besten Freund der Frauen, wie Marilyn Monroe die glitzernden Kristalle nannte, wird nun die Zuneigung, sprich Nachfrage entzogen, weil auch bei den Reichen das Geld knapper wird.
19.3.2009

 

 

 

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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 24. März 2009 um 17:01 Uhr  
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