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Galapagos kooperiert mit Merck

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Biotechnologie-Unternehmen Galapagos intensiviert

Zusammenarbeit mit Pharmakonzern Merck


Von HELMUT HETZEL

Den Haag. Das belgisch-niederländische Biotechnologieunternehmen Galapagos intensiviert seine Zusammenarbeit mit dem US-Pharmakonzern Merck & Co. erheblich. Galapagos entwickelt für Merck nun auch neue Medikamente, die bei der Bekämpfung von Infektionskrankheiten eingesetzt werden können. Die Forschung im Auftrag von Merck, die so genannte vorklinische Phase, liegt ausschließlich in der Kompetenz von Galapagos, das als Forschungsgrundlage in seinen Labors menschliche Eiweiße für die Entwicklung neuer Medikamente benutzt.

Es ist bereits die zweite strategische Allianz, die Galapagos mit Merck in diesem Jahr abgeschlossen hat. Anfang des Jahres vereinbarten die beiden Unternehmen bei der Forschung nach neuen Medikamenten gegen Diabetes (Zuckerkrankheit) und Obesitas (Fettsucht) ebenfalls zusammen zu arbeiten. Das neue Kooperationsabkommen zwischen Merck und Galapagos hat ein potenzielles Auftragsvolumen für das belgisch-niederländische Biotechnologie-Unternehmen von rund 200 Mio. Euro.
Rund 2,5 Mio. Euro soll Galapagos von Merck direkt erhalten, so dass die Finanzierung zum Anlauf des neuen Forschungsprojekts gesichert ist, heißt es seitens Galapagos.
Außerdem hat sich Galapagos das Recht auf Lizenzeinkünfte gesichert für die mit Galapagos-Know How entwickelten neuen Merck-Medikamente. Das heißt, für den Fall, dass Merck nicht bereit sein sollte, die neuen Medikamente selbst zu vermarkten, kann dies Galapagos entweder selbst oder mit einem anderen Partner tun.

Galapagos-Hauptsitz in Belgien

Nicht auf den gleichnamigenPazifik-Inseln, sondern in Belgien ist das Bitotechunternehmen Galapagos zu Hause

 

,,Die Vereinbarung ist für uns sehr lukrativ. Merck will einen Teil seiner Forschung auslagern und durch Dritte tun lassen. Davon profitieren wir jetzt,‘‘ kommentiert Onno van de Stolpe, der Vorstandsvorsitzende von Galapagos den Deal mit Merck. Es ist bereits die sechste Kooperationsvereinbarung, die Galapagos mit verschiedenen großen Pharmaunternehmen in den vergangenen Jahren geschlossen hat. Denn das belgisch-niederländische Biotechnologie-Unternehmen
kooperiert außer mit Merck auch mit anderen Pharmakonzernen wie GlaxoSmithKine, Johnson & Johnson, Janssen Pharmaceutica und Eli Lilly.
Aber das ist noch nicht genug. Onno van de Stolpe betont, dass nach weiteren Kooperationsmöglichkeiten gesucht werde, um das Wachstum zu beschleunigen und die Forschung weiter auszubauen. ,,Eine weitere große strategische Allianz suchen wir noch. Mit einem neuen potenziellen Partner führen wir derzeit Gespräche,‘‘ hält der Galapogos-Chef fest. Wer dies ist, das will er aber ,,noch nicht‘‘ enthüllen.


Außerdem ist van de Stolpe zuversichtlich, dass das Umsatzvolumen in diesem Jahr um 13 % auf rund 100 Mio. Euro gesteigert werden kann. Allerdings wird das 1999 gegründete Biotechnologieunternehmen, das an den Börsen in Amsterdam, Brüssel und New York gelistet ist, in diesem Jahr voraussichtlich noch nicht in die Gewinnzone kommen. Analysten rechnen mit einem Verlust von circa 13 Mio. Euro in diesem Jahr, nachdem der Fehlbetrag 2008 rund 15 Mio. Euro betragen hatte. ,,Die neue strategische Allianz mit Merck ist ein sehr wichtiger Schritt für Galapagos. Insgesamt hat das Unternehmen mit seinen sechs strategischen Allianzen nun ein potenzielles Umsatzvolumen von 2,2 Mrd. Euro vertraglich generiert, das sich in Zukunft in entsprechenden Lizenzeinnahmen positiv niederschlagen dürfte,‘‘ hält Marcel Wijma, Analyst der SNS-Securities fest. Er hat das mittelfristige Kursziel für die Biotechnologie-Aktien daher auf 12 Euro hochgeschraubt. Derzeit pendeln die Galapagos-Aktien um einen Kurs um 7,00 Euro.
,,Außerdem beweist das neue Kooperationsabkommen mit Merck, dass die Amerikaner großes Vertrauen in Galapagos haben, sonst würden sie ihre Zusammenarbeit nicht dermaßen intensivieren,‘‘ betont Wijma.
Seit seiner Gründung 1999 ist das Biotechnologieunternehmen, an dem auch der schweizerisch-niederländische Branchenkonkurrent Crucell zu 5,8 % beteiligt ist, stetig gewachsen. Im Oktober 2005 akquirierte Galapagos die Bio Focus im Vereinigten Königreich, ein Jahr später die ebenfalls britische Inpharmatica Ltd. sowie die Sereum Holdings plc in 2008. In Frankreich wurden die Pro Skelia und Pro Strakan übernommen, die hauptsächlich auf dem Forschungsgebiet von Medikamenten gegen Knochenkrankheiten tätig sind. Auf dem Gebiet der Medikation gegen Knochenkrankheiten sowie gegen Infektionen will die im belgischen Mechelen bei Brüssel mit Hauptsitz ansässige Galapagos das führende Biotechnologie-Unternehmen in Europa werden, so die Strategie-Vorgabe. Am Markt ist man nun gespannt darauf, wer der nächste große Partner von Galapagos in der Pharma-Branchesein könnte mit dem derzeit verhandelt wird. Novartis wäre ein solch potenzieller Partner für Galapagos. Die Biotech-Titel sind jedenfalls noch nicht ausgereizt und bieten weiteres Kurspotenzial, da die Lizenzzahlungen für von Galapagos entwickelte Medikamente erst in Zukunft in vollem Umfang fließen werden. Für die zweite Jahreshälfte steht nach Angaben von Galapagos-Chef van de Stolpe bereits eine Zahlung von 192 Mio. Euro an, so dass das Unternehmen auch keine Schwierigkeiten hat, um die hohen Forschungssaufwendungen weiter finanzieren zu können.
21.4.2009

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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 26. April 2009 um 16:23 Uhr  
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