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Deutschland lockt

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Linda de Mol

Linda de Mol ist gerne in Deutschland 

 

Magnet Deutschland

Das Nachbarland wirkt auf immer mehr Niederländer wie ein Magnet/Wirtschaftskrise stimuliert Auswanderung über die Grenze

Von HELMUT HETZEL

Den Haag. ,,Eigentlich wollte ich in unserem schönen Windmühlenland bleiben. Aber auf der Suche nach einem neuen und größeren Haus, stieß ich via Internet auf die fantastischen Angebote in Deutschland. Die Entscheidung war schnell getroffen. Jetzt bauen wir ein Haus in Deutschland.‘‘ So beschreibt Sander Haas seine Entscheidung, die Niederlande zu verlassen und sich nur einen Katzensprung jenseits der Grenze im deutschen Gronau den Traum von eigenen Heim mit Garten zu erfüllen. Sander Haas ist nicht der einzige, den es über die Grenze nach Deutschland zieht.

Das östliche Nachbarland wirkt derzeit auf viele Niederländer wie ein Magnet. Die aktuelle Wirtschaftskrise verstärkt den Trend sogar noch, die Niederlande zu verlassen und ein neues Glück in Deutschland zu suchen. Der Hauptgrund: Der Baugrund und die Häuser in Deutschland sind wesentlich preiswerter als in den Niederlanden. Für ein vergleichbares Haus beispielsweise in Enschede und Gronau, zahlt man in Enschede 375.000 Euro und in Deutschland 230.000 Euro, fand die Vereinigung ,,Over de grens‘‘ - Hinter der Grenze - Wohnen in Deutschland - heraus. Der Quadratmeter Bauland in Deutschland im niederländisch-deutschen Grenzgebiet sei zwischen 150 Euro und 200 Euro zu haben, während er in den Niederlanden zwischen 275 Euro und 400 Euro liege.

Die Vereinigung berichtet ferner, dass 31 % der Niederländer, die ohnehin vor hatten, sich in Deutschland niederzulassen ,,in ihrer Entscheidung umzusiedeln durch die aktuelle Wirtschaftskrise bestärkt worden sind‘‘ und dass sie die Niederlande nun noch schneller als bisher beabsichtigt verlassen wollen. Allerdings können sie den Zeitpunkt jetzt oft nicht mehr selbst und ganz alleine bestimmen. Denn durch die Wirtschaftskrise gehen auch in den Niederlanden die Häuser nicht mehr weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln, so wie das noch vor ein, zwei Jahren der Fall war. Erst wenn das eigene Haus in den Niederlanden verkauft ist, erst dann wird der Weg über die Grenze in die neue Behausung in Deutschland wirklich frei, weil man das Geld aus dem Hausverkauf in Holland zur Finanzierung der neuen eigenen vier Wände in Deutschland braucht.

Familie Beld wohnt inzwischen eineinhalb Jahre in der Bundesrepublik, direkt hinter der Grenze bei Gronau. ,,Es war nicht nur der günstigere Preis für das Haus, der uns lockte, es war auch das bessere Schulsystem und die Ruhe und der Raum, den man in Deutschland hat,‘‘ erläutert Ellen Beld ihre Entscheidung, nach Deutschland zu ziehen. Ihre beiden Kinder hätten in Deutschland die Möglichkeit, zweisprachig erzogen zu werden. ,,Wir haben hier sogar einen zweisprachigen Kindergarten in dem deutsche und niederländische Kinder sind. Unsere beiden Kinder sprechen Niederländisch und Deutsch fließend.‘‘

Obwohl sie inzwischen mit ihrer Familie eineinhalb Jahre in Deutschland wohnt, hat sie noch immer eine Art ,,Urlaubsgefühl. Hier ist doch vieles anders. In den Supermärkten stehen andere Waren, Weihnachten wird anders gefeiert, und viele Menschen hier leisten sich ein warmes Mittagessen. Auch die medizinische Versorgung ist hervorragend. Unser Hausarzt hat sich sogar die Mühe gemacht, um sich die Begriffe häufig vorkommender Krankheiten auf Niederländisch anzueignen.‘‘

Als sehr angenehm empfindet die ,,Nederduitse‘‘ (Niederdeutsche) wie die niederländischen Deutschland-Emigranten zu Hause schon genannt werden, auch den schnörkellosen Umgangston mit den deutschen Behörden. ,,Wenn ich eine Frage stelle, bekomme ich darauf eine Antwort. Das ist ganz anders als in den Niederlanden, wo man dann gleich mit unzähligen Zusatzinformationen bombardiert wird über Dinge, die man ja eigentlich gar nicht wissen wollte.‘‘

Zu schätzen weiß die Familie Beld inzwischen auch die im Vergleich zu den Niederlanden relativ niedrigen Preise für ein neues Auto. ,,Hier in Deutschland gibt es keine BPM, keine Luxussteuer auf Autos, es ist unglaublich, wie billig Neuwagen daher hier sind.‘‘

So kann die Familie Beld die Vorteile des günstigeren Preisniveaus in Deutschland genießen und gleichzeitig in der alten Heimat Holland auch noch Steuern sparen. Denn wenn ein Familienmitglied noch in den Niederlanden arbeitet und dort seine Steuern bezahlt, hat es auch noch die Möglichkeit die Hypothekenzinsen, die für den Hausneubau und die Hypothek in Deutschland anfallen, in Holland von der Steuer abzusetzen. Das ist eine Regelung, die es in Deutschland nicht gibt und von der viele holländische Emigranten, die sich in der Bundesrepublik niederlassen, gerne Gebrauch machen. Man nimmt sich eben das Beste aus beiden Ländern.

 

So wie Linda de Mol, Rudi Carrel, Johannes Heesters, Lou van Bourg oder Silvie und Rafael van der Vaart

 

 Rudi Carrel nimmt Abschied

 Rudi Carrel - ,,unser Rudi'' wie ihn viele Deutsche nannten....

 

 

/ Textende / Copyright © by HELMUT HETZEL / Den Haag /


Zuletzt aktualisiert am Montag, 02. März 2009 um 20:30 Uhr  
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