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Wirtschaft


Bier-Betrug in Amsterdam

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Bier & Mädels

 

 

 Der Zapfhahn an der Theke in Amsterdam ist oft getürkt


Von HELMUT HETZEL

Amsterdam. Man stelle sich vor, man bestellt an
der Theke in seiner Stammkneipe ein Kölsch und man bekommt stattdessen ein Alt-Bier ausgeschenkt. Das wäre nicht nur eine Beleidigung für den Biertrinker - und für alle Kölsch-Trinker - der Gast würde das schon vor dem Trinken alleine an der Farbe des Bieres erkennen. Beim Pils wird das schon etwas schwieriger. Natürlich werden Biertrinker und - Kenner, den Unterschied zwischen einem Bitburger und einem Warsteiner herausschmecken. Gleiches gilt für ein Gösser Bier in Österreich oder ein Calanda in der Schweiz oder ein Driekirch in Luxemburg.

Ein Weizenbier ist auch sofort geschmacklich und schon vom Glas her in dem es präsentiert wird, erkennbar. Aber ist das Weizen jetzt ein,, Erdinger‘‘ oder wurde es in Weihenstephan gebraut? Das wird es schon schwieriger.


Kann der Biertrinker ein Heineken-Bier von einem Brand- oder Amstel-Bier unterscheiden, wenn er in Amsterdam in einer Kneipe ein kühles Blondes bestellt? Antwort: Die meisten Gäste können es nicht. Das wissen auch die Wirte. Darum werde manchen von ihnen zu Bier-Betrügern. In Amsterdam zumindest. Denn anstatt die klassischen niederländischen Biermarken wie Heineken, Grolsch, Amstel, Brand oder Gulpen auszuschenken, zapfen sie immer häufiger Billigbiere und B-Marken, die sie vor allem in Deutschland und Belgien preisgünstig einkaufen. Es sind Biere, die als ,,zweite Wahl‘‘ gelten, weil sie nicht aus einer bekannten Markenbrauerei kommen und die unter den Phantasie-Namen wie ,,Horeca-Bier‘‘ (Gastronomie-Bier), ,,Moos,‘‘ oder ,,JWC‘‘ in Holland angeboten und verkauft werden.


Diese B-Biere sind in der Regel viel billiger als ein Heineken oder ein Grolsch. Sie werden aber in Amsterdamer Kneipen und Cafés als solche gezapft und zu überhöhten Preisen als die echte A-Marke an die Gäste ausgeschenkt. Kurz: Man bestellt in Amsterdam ein Heineken-Bier und hat dann ein ,,Moos-Bier‘‘ im Glas.
,,Wir decken jährlich diesen Bierbetrug in mindestens 50 Kneipen in Amsterdam auf. Dort steht auf dem Zapfhahn zwar Heineken, aber das Bier, das dann aus dem Fass kommt, ist alles andere - nur kein Heineken-Bier,‘‘ sagt eine Sprecherin der größten holländischen und drittgrößten Brauerei der Welt, der Amsterdamer Heineken-Brauerei.

Becks - das Orginal

                                        Beck´s Bier - das Orginal


Allein im vergangenen Jahr seien 31.000 Fässer von ,,B-Markenbieren‘‘ wie ,,Moos‘‘ oder ,,Horeca-Bier‘‘ bei Kontrollen sichergestellt worden. ,,Damit hätte man rund eine halbe Million Gläser Bier zu überhöhten Preisen ausschenken können,‘‘ hat Heineken errechnet. Denn ein Wirt, der Billig-Bier anstatt Markenbier ausschenkt, der verdiene bis zu 50 Euro je Fass zusätzlich. Insgesamt, so schätzt Heineken, betrage der ,,Schwarzmarkt‘‘ für Bier in den Niederlanden etwa 2,3 Millionen Hektoliter jährlich. ,,Viele Menschen denken, sie haben ein Heineken-Bier im Glas, aber sie trinken dann oft etwas ganz anderes.‘‘


Die Amsterdamer Heineken-Brauerei hat angekündigt, dass sie gegen den sich immer weiter ausbreitenden Bierbetrug nun hart vorgehen will. Sie will auch Bier-Kontrolleure in die Kneipen schicken, die inkognito Bierproben mitnehmen, die dann in Labors analysiert werden, um festzustellen, ob aus dem Zapfhahn auf dem Heineken steht, auch Heineken-Bier fließt.


Der Bierbetrug in Amsterdam vor allem mit Heineken-Bier beweist aber auch, dass dieser bekannte Amsterdamer Gerstensaft keinen eigenen unverwechselbaren Geschmack zu haben scheint - sonst würden die meisten Biertrinker wohl sofort merken, dass sie anstatt einem Heineken ein ,,Moos-Bier‘‘ getrunken haben.

14.2.2010

/ Textende / Copyright © by HELMUT HETZEL / Den Haag

 

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 21. Februar 2010 um 15:13 Uhr
 

Aktientipp: Aalberts Industries - Niederlande

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aalberts-industries
,,Bei schönem

  Wetter  kann jeder

  segeln

  im Sturm

  beweist  sich der

  Meister‘‘

HM-Interview mit Jan Aalberts - CEO Aalberts Industries

Von HELMUT HETZEL

Den Haag. Die Aalberts Industries, eine der kleinen aber feinen Perlen unter den niederländischen Unternehmen, litt ebenfalls unter der jüngsten Krise, hat diese aber relativ gut durchstanden, da das Unternehmen nicht in die roten Zahlen rutschte.


In der ersten Jahreshälfte 2009 sanken die Aalberts-Umsätze um 23 % auf 701 Mio. Euro. Das Nettoresultat ging um 73 % auf 18,3 Mio. Euro oder 0,17 Euro je Aktie zurück. Das Betriebsergebnis Ebita sank um 63 % auf 38,7 Mio. Euro. Auftragseinbrüche gab es vor allem bei den Bestellungen aus der Automobil- und der Flugzeug- sowie der Halbleiterindustrie. Im dritten und vierten Quartal zeichnet sich in der Geschäftsentwicklung aber bereits eine deutliche Verbesserung ab.

Aalberts Industries stellt Flüssigkeitskontrollsysteme (Flow Control) her und bietet industrielle Serviceprodukte an. Die Palette der Flüssigkeitskontrollsysteme ist breit. Sie reicht von Bierzapfanlagen bis zu Armaturen und Messgeräten.
Der 69jährige Firmengründer und Chief Executive Officer (CEO) Jan Aalberts hegt nun schon wieder Akquisitionspläne. Wie hat er das von ihm vor 35 Jahren gegründete Unternehmen durch die stürmischen Zeiten der jüngsten Rezession gelotst?
Antwort: ,,Wir haben rasch reagiert. Weltweit wurden rund 1900 von insgesamt 11.900 Stellen abgebaut, die Kosten gesenkt. Die Forschungsabteilung blieb aber unangetastet. Für den Verkauf und das Marketing haben wir sogar 50 neue Leute eingestellt. Merke: Bei schönem Wetter kann jeder segeln. Im Sturm beweist sich der Meister. Daher wurden auch einige Managementfunktionen neu besetzt. Wir hatten aber keine Liquiditätsprobleme.‘‘ Folge: Es gab keinen akuten Refinanzierungsbedarf.

 

Jan Aalberts

 

                           Jan Aalberts - der Firmengründer

                                      Krise durchstanden

,, Wir hatten einen finanziellen Spielraum von rund 200 Mio. Euro. Allerdings ist unsere Verschuldungsratio im Zuge der Krise schlechter geworden. Die Ebitda - Nettoschuld-Kennzahl stieg von 3,0 auf 3,9 im Juni 2009 an, weil wir 2008 noch 300 Mio. Euro bei den Banken für Übernahmen geliehen hatten. Die Banken machten Druck. Sie verlangten von uns sogar, eine Bezugsrechtsemission durchzuführen. Aber das taten wir nicht. Wir haben uns darauf verständigt, dass wir für die letzte Hälfte 2009 und die erste Hälfte 2010 für unsere Kredite einen etwas höheren Zinssatz bezahlen. Wir streben nun eine Ebitda-Nettoschuld-Ratio von 3,0 % an.‘‘


Nach Ansicht von Jan Aalberts hellt sich die weltwirtschaftliche Lage wieder auf. ,,Die Vorräte in den Lagern unserer Kunden sind aufgebraucht. Es kommen wieder mehr Bestellungen. Das zeichnete sich bereits im zweiten Quartal 2009 ab in Sektoren wie der Halbleiterindustrie, der Medizin und in Regionen wie Osteuropa. Es ist aber noch eine fragile Erholung. Eine gewisse Unsicherheit besteht fort. Die sich verbessernde Entwicklung im zweiten Quartal hat sich im dritten Quartal fortgesetzt, das vierte Quartal läuft noch, aber es ist nicht schlechter begonnen als das dritte. Es wird aber wohl noch einige Zeit dauern, bis wir wieder das Umsatz- und Gewinn-Niveau von 2007/2008 erreicht haben,‘‘ stellt Aalberts fest. ,,In 2010 wollen wir wieder akquirieren.‘‘

Die Flüssigkeitskontrollsysteme haben in der Akquisitionsstrategie klare Priorität. ,,Wir haben eine Short-List mit zwei, drei Unternehmen, die uns interessieren. Wir kaufen aber nur, wenn der Gewinn je Aktie durch die Akquisition nicht verwässert wird. Eine Emission ist zwar im Prinzip möglich. Aber das zu übernehmende Unternehmen muss direkt einen Beitrag zur Steigerung des Gewinns je Aktie liefern.‘‘

Die geografischen Schwerpunkte der geplanten Expansion liegen in den USA und in Westeuropa. Der asiatische Markt ist allerdings auch im Visier.
,,Wir produzieren und verkaufen in China. Wir verkaufen in China beispielsweise Produkte, die in Dänemark hergestellt worden sind. Wir haben in China etwa 1000 Mitarbeiter. In Indien sind wir noch nicht vertreten, auch Südamerika und Afrika ist noch ein weitgehend weißer Fleck auf der Landkarte für unsere Produkte. Aber unser Ziel ist derzeit, dass wir hauptsächlich in den USA wachsen wollen, um dort unseren Umsatz auf eine Mrd. Dollar zu verdreifachen. Doch die USA haben die Rezession noch nicht ganz überwunden.‘‘

Aalberts Industries setzt weiterhin auf das interne Cross Selling System mit dem das Unternehmen interne Synergien kreiert. So funktioniert es:

,, Wir kaufen keine Konkurrenten. Wir suchen Märkte und Länder, auf und in denen wir noch nicht präsent sind. Wir wollen unser Produktmix so erweitern. Wir produzieren auch in den Ländern, in denen wir unsere Produkte verkaufen. Wir sind häufig auch Zulieferer für unsere eigenen Produkte, beispielsweise bei der Veredlung von Antriebsachsen für Autos, der Oberflächenveredlung von Flugzeugen, der Herstellung von Solarstationen. Deutschland ist dafür aber auch bei den Antriebsachsen für Autos unser größter Markt. Überhaupt ist Deutschland einer unser wichtigsten Absatzmärkte überhaupt und ein wichtiger Produktionsstandort. Wir liefern auch die Beschichtungen von Saugriemen für die VW-Motoren mit 1,4 Liter Hubraum. Das Cross Selling-Prinzip macht es möglich, dass wir die Investitionen für Akquisitionen relativ schnell zurückverdienen können,‘‘ stellt Jan Aalberts fest.

In der Schweiz ist Aalberts über die beiden Tochterunternehmen Duralloy und Riag aktiv, die auch in Deutschland am Markt sind. Diese beiden Unternehmen sind führend in der Dünnchrombeschichtungs-Technologie, die in der Luftfahrt und der Medizintechnik Anwendung findet.

Jan Aalberts hat Expansionspläne für die Schweiz. ,,Wir planten vor einiger Zeit eine Übernahme dort. Aber leider kam sie nicht zustande. Wir exportieren aber viel in die Schweiz. Die Schweiz ist für uns ein wichtiger Markt.‘‘


Die Aalberts-Strategie ist klar. Der Firmenchef definiert sie so: ,,Wir wollen auf allen Märkten, auf denen wir tätig sind, ein tonangebender Spieler sein. Wir wachsen autonom und über Akquisitionen. Wir streben eine Ebit-Marge von 10 bis 12 % jährlich an und ein Umsatz- und Gewinnwachstum von 15 % jährlich an. 2009 wird das jedoch nicht gelingen.‘‘

Wenn möglich will Aalberts selbständig bleiben. Doch wenn ein interessantes Kaufangebot käme, werde das zu prüfen sein. ,,Wir sind an der Börse kotiert. Ich halte noch 14 % an meinem Unternehmen. Wenn ein gutes Angebot kommt, das strategisch sinnvoll ist und wenn ein guter Kaufpreis geboten wird, dann müssen wir mit einem potenziellen Käufer reden. Das werden wird dann auch tun, wenn ein solches Angebot auf dem Tisch liegt.‘‘

 

Analyst Nico van Geest: Aktien sind klarer Kauf

 

Aalberts Industries ist aufgrund seiner Spezialisierung besonders abhängig von den Grundstoffpreisen. In erster Linie von Kupfer und Messing. Aber auch von den Preisen für Edelstahl, Aluminium und für Kunststoffe. Im März kostete eine Tonne Kupfer noch 3000 Dollar, jetzt kostet sie wieder 6000 Dollar. Aber: ,,Wir spekulieren nicht mit Grundstoffen. Wir versuchen, die Steigerung der Grundstoffpreise an unsere Kunden durch zu berechnen. Bisher ist das fast immer gelungen,‘‘ meint Jan Aalbers.

Ziel von Aalberts ist es weiterhin, ein Umsatzwachstum von 15 % pro Jahr zu realisieren. Auf Basis der aktuellen Gewinnschätzungen sind die Industrieaktien mit einem KGV von 13 für 2010 bewertet. Nico van Geest, Chefanalyst der Amsterdamer Effektenbank Keijser Capital, sieht die Titel als klaren Kauf mit einem Kursziel von 11,75 Euro. Aalberts wird von einer wirtschaftlichen Erholung überdurchschnittlich profitieren und kann aus dem internen Cross Selling-System weitere Synergien schaffen. Die Titel sollten daher ins Portefeuille genommen werden.

 

Aalberts Industries - Die Aktienanalyse

Htz. In den vergangenen 20 Jahren schaffte es das Industrie-Konglomerat Aalberts Industries regelmäßig, jährlich um 15 % zu wachsen und zweistellige Gewinnzuwächse zu erwirtschaften. Das wird wegen der weltweiten Wirtschaftskrise in 2009 nicht gelingen. In der ersten Jahreshälfte 2009 sanken die Aalberts-Umsätze um 23 % auf 701 Mio. Euro. Das Nettoresultat ging um 73 % auf 18,3 Mio. Euro oder 0,17 Euro je Aktie zurück. Das Betriebsergebnis Ebita sank um 63 % auf 38,7 Mio. Euro. Im dritten und vierten Quartal zeichnet sich in der Geschäftsentwicklung aber bereits eine Verbesserung ab.

Wachstumspotenzial

Die sollte sich auch in 2010 fortsetzen. Denn ab dem kommenden Jahr will Firmengründer und CEO Jan Aalberts das ehrgeizige Ziel eines zweistelligen Umsatz-und Gewinnwachstums wieder anvisieren. Im kommenden Jahr plant der Industriekonzern neue Akquisitionen, die das Wachstum - wie in der Vergangenheit - beschleunigen sollen. Die Titel werden aufgrund der aktuellen Gewinnschätzungen für 2010 mit einem KGV von 13 bewertet. ,,Wir sehen aber weiteres Kurspotenzial mit einem kurzfristigen Kursziel von 11,50 Euro, weil sich das von Aalberts so erfolgreich praktiziert Cross-Selling-Prinzip (siehe Interview) auch in Zukunft auszahlen wird,‘‘ hält Nico van Geest, Chefanalyst der Amsterdamer Effektenbank Keijser Capital fest.  Derzeit pendeln die Industrie-Aktien um 10 Euro.

Besonderes Wachstumspotenzial hat Aalberts Industries demnach in der wichtigsten Sparte, den Flüssigkeitskontrollsystemen, die in Europa und den USA zügig ausgebaut werden sollen. Die Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie in Marketing und Verkauf wurden erhöht, was sich mittelfristig auszahlen sollte. Die Titel haben daher weiteres Kurspotenzial und sollten ins Portefeuille genommen werden.

 

8.12.2009/03.01.2010

/ Textende / Copyright © by HELMUT HETZEL / Den Haag

 

 

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 10. März 2010 um 11:02 Uhr
 

Royal Dutch Shell - Die Aktie

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Shell - der Ölgigant

 

Der Aktien-Tipp

 


Katar neues Kernland für Royal Dutch Shell

 

Kräftige Steigerung der Fördermengen

21 Mrd. Dollar Investitionen  - Aktien kaufen


Von HELMUT HETZEL

Den Haag. Der Golfstaat Katar wird ab 2010 zu einem der neuen Kernländer für die Öl- und Gasförderung des niederländisch-britischen Energiekonzerns Royal Dutch Shell. Zwar werden die beiden riesigen Förderprojekte ,,Pearl GTL‘‘ und ,,Qartargas 4‘‘ voraussichtlich erst in der zweiten Jahreshälfte mit etwas Verspätung in Betrieb genommen werden können. Aber nachdem sie angelaufen sind, wird die Shell-Gruppe ihre konzerneigene tägliche Fördermenge voraussichtlich um 330.000 Barrel an Öläquivalenten steigern können. Das sind mehr als 10 % der bisherigen aktuellen Fördermenge von Shell.

Sie wird mit der Inbetriebnahme der beiden Projekte in Katar ab spätestens Ende 2010 mit einem täglichen Fördervolumen von schätzungsweise 3,3 Mio. Öläquivalenten kräftig ansteigen. Damit löst der amtierenden schweizerische Shell-Vorstandsvorsitzende Peter Voser endlich das seit fünf Jahren andauernde Förderproblem von Shell. Denn von 2004 bis 2009 waren die konzerneigenen Fördermengen ständig gesunken und von einst rund 4,0 Mio. Barrel je 159 Liter täglich auf 2,99 Mio. Öläquivalente in diesem Jahr zurückgegangen. Voser erklärte in der Vergangenheit wiederholt, dass er die Öl- und Gasfördermenge ab 2010 jährlich zwischen zwei und drei Prozent steigern wolle. Die beiden Katarprojekte machen das möglich. ,,Katar wird ein neues Kernland für uns. In nur sieben Jahren Zeit haben wir hier gewaltige Produktionskapazitäten und modernste Förderanlagen aufgebaut,‘‘ stellte Andy Brown, Executive Vice-President Shell Qatar fest. Shell investiert per Saldo 21 Mrd. Dollar in Katar, hat dort nun 1200 feste Mitarbeiter. Doch insgesamt arbeiten an den beiden Mega-Projekten 75.000 Menschen. ,,Im computergesteuerten Kontrollzentrum in Katar arbeiten 179 Server, die 12 Millionen Leitungen mit 5850 Kilometern an Kontrollkabeln,‘‘ sagt Andy Brown. ,,Würde man all die Kabel an einem Stück auslegen, dann reichten sie von Dohar in Katar bis nach London,‘‘ meint Andy Brown.


Zum Vergleich: Am derzeit weltweit größten Förderprojekt für Gas auf der russischen Halbinsel Sachalin können jährlich 9,8 Millionen Tonnen LNG-Flüssiggas gefördert werden. Allein am Qatargas 4-Projekt in Katar werden es 7,8 Millionen Tonnen LNG-Gas (LNG = Liquified Natural Gas) sein. Shell ist mit einem Produktionsanteil von 35 % oder 18,5 Mio. Tonnen LNG jährlich Weltmarktführer in der Gewinnung von LNG.


Am Qatargas 4-Projekt ist der niederländisch-britischen Energiekonzern zu 30 % beteiligt. Die übrigen 70 % hält die staatliche Qatar Petroleum.

Die wichtigsten Abnehmerländer für die zu fertigenden raffinierten synthetischen Mineralölprodukte werden Europa, die USA und Asien sowie der Mittlere Osten sein. Die wichtigsten Exportgebiete für Öl-Schmierstoffe sind nach Angaben von Shell Deutschland mit Hamburg als Hauptumschlagplatz, die USA und China. ,,China ist heute schon nach den USA der zweitgrößte Markt für Schmierstoffe. Der Absatz dort wächst explosiv,‘‘ sagt Rainer Winzenried in der Haager Shell-Zentrale. Der Rotterdamer Hafen bleibt in Europa Hauptumschlagplatz für Shell-Öl- und Gasprodukte wie beispielsweise V-Power Benzin und V-Power Diesel. Von Katar aus werden ferner die asiatischen Märkte mit Kerosin für Flugzeuge bedient. Die in Katar geförderten und mit modernsten Methoden produzierten Öl- und Gasprodukte haben nach Angaben von Shell-Downstream-Manager Marc Gainsborough eine wesentlich bessere Energie-Effizienz ,,und sie sind deutlich umweltfreundlicher.‘‘ Das gelte vor allem für die Produkte des Pearl GTL-Projekts, das in Zukunft ,,sauberen Dieselbrandstoff liefern wird.‘‘ Wenn die beiden Mega-Projekte in Katar im folgenden Jahr mit voller Kapazität arbeiten, dann werden sie dem niederländisch-britischen Öl- und Gasmulti nach Darstellung von Shell-Finanzvorstand Simon Henry einen jährlichen Cash Flow von rund vier Mrd. Dollar bescheren. ,,Das sind selbst für Shell eindrucksvolle Zahlen,‘‘ so Henry. ,,Pearl GTL ist eines unserer neuen Flaggschiff-Projekte,‘‘ hebt Andy Brown hervor. ,,Katar wird auf dem Gebiet der Gasförderung und Veredlung in Zukunft gemeinsam mit Russland und Australien zu einem der größten Produzenten in der Welt aufsteigen.‘‘
Mit Katar und Sachalin, wo Shell 27,5 % der Anteile hält, ist der bi-nationale Energiemulti damit bereits an den beiden größten Öl- und Gasprojekten in der Welt wesentlich beteiligt. Denn die umfangreichsten Öl- und Gasvorräte befinden sich in Russland, Australien und im Mittleren Osten. Nur kamen in Russland und im Mittleren Osten die privaten vor allem westlichen Ölgesellschaften wie Shell oder Exxon Mobil in der Vergangenheit nicht mehr so einfach an neue Öl- und Gasvorräte heran, weil diese von den jeweiligen Regierungen meist an die eigenen meist staatlichen Öl- und Gasgesellschaften exklusiv verteilt wurden. Russland ist mit Gazprom das beste Beispiel dafür. Der Kreml erzwang in Zusammenarbeit mit Gazprom, dass Shell in Sachalin seine einstige Mehrheitsbeteiligung von 54 % zur Hälfte auf- und an Gazprom abtreten musste.


Aber auch in Australien hat sich die Shell-Gruppe inzwischen hervorragend positioniert. Sie ist an dem riesigen Gorgon-Projekt beteiligt. Gemeinsam mit den beiden anderen großen Gas- und Ölkonzernen Chevron und Exxon Mobil will Shell in die Erschließung des Gorgon-Feldes 43 Mrd. australische Dollar (25 Mrd. Euro) investieren. Chevron ist mit 50 % an dem Projekt beteiligt, Shell und Exxon Mobil mit je 25 %.


Die Förderung aus dem Gorgon-Feld soll voraussichtlich ab 2014 beginnen. Die Gasvorräte des Gorgon-Feldes werden auf umgerechnet 6,7 Milliarden Barrel Öläquivalente beziffert. Ab 2014 wird das in Australien gewonnene Flüssiggas rund 8 % der Gasnachfrage auf der Welt stillen können.


In der südchinesischen Stadt Zuhai baut Shell ferner eine Raffinerie, die jährlich rund 200 Mio. Liter Benzin für den rapide wachsenden chinesischen Automarkt liefern wird und deren Produktionskapazität in den kommenden Jahren auf 400 Mio. Liter jährlich hochgefahren werden kann.

Die Energieaktien sind auf Basis der aktuellen Gewinnschätzungen mit einem KGV von 10 für 2010 günstig bewertet. Mit dem nun bevorstehenden Beginn der Produktion in Katar und der darauf folgenden Inbetriebnahme des Gorgon-Feldes in Australien dürfte Shell künftig endlich wieder in der Lage sein, mehr Öläquivalente zu fördern und mehr Mineralölprodukte herzustellen und zu verkaufen.

 Vom Timing her könnte die Steigerung der Produktionsvolumina genau in einen neuen konjunkturellen Aufschwung fallen, der sich in den kommenden Jahren vollziehen könnte. Das sollte sich positiv auf die Umsatz- und Gewinnentwicklung des Energiekonzerns auswirken und sich entsprechend im Aktienkurs frühzeitig widerspiegeln.

 

Peter Voser -CEO von Shell

 

                 Peter Voser leitet das größte Unternehmen

                               Europas  - die Royal Dutch Shell-Gruppe

Auch sollten sich die von Shell-Chef Peter Voser eingeleiteten Reorganisationen sowie die künftig deutlich schlankere Unternehmensstruktur positiv in 2010 im Ergebnis niederschlagen. Die Dividendenrendite ist mit 5,75 % attraktiv, wobei jedoch zu berücksichtigen ist, dass die Dividende in US-Dollar bezahlt wird. 

       Die Titel sind unter langfristigen Gesichtspunkten ein klarer Kauf.

1.12.2009

/ Textende / Copyright © by HELMUT HETZEL / Den Haag

 

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 13. Dezember 2009 um 08:13 Uhr
 

Weizenbier aus Bayern der Hit in Holland

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Na denn: Prost

 

Weizenbier - frisch serviert

 

 

Bayrisches Weizenbier - der neue Hit in Holland

 


Von HELMUT HETZEL

Den Haag. Es ist Samstag Nachmittag. Die Sonne scheint. Frank eröffnet gerade ,,De Paas.‘‘ Das ist derzeit die angesagteste Bierkneipe Den Haags. Frank und sein Bruder Paul stehen hier hinter dem Tresen. Das erste Bier, das Frank heute zapft, ist ein Weizenbier, das aus Bayern kommt, nämlich ,,Weihenstephan.‘‘

Nicht die berühmten niederländischen Biere wie Heineken, oder Grolsch, Gulpener oder die belgischen wie Stella Artois, Jupilier oder Leffe, werden von den Gästen zuerst nachgefragt. Nein, viele Gäste wollen Weißbier aus Bayern trinken. Vor allem deshalb kommen sie hierher.

Weizenbier aus Bayern

 

 

Und sie bekommen es. Frisch gezapft im typischen tulpenförmigen Weißbierglas mit großer Schaumkrone. Es wird wie in Bayern üblich im Halbliterglas ausgeschenkt, ist aber auch als Viertel-Liter im Mini-Format zu haben, weil Niederländer die kleineren Maße bevorzugen. Auf dem Viktualienmarkt in München würde dieses Weißbier nicht besser schmecken als hier in ,,De Paas,‘‘ dem Haager Biertempel schlechthin, der zufälligerweise auch noch die richtige Adresse hat. Denn die Gracht an der ,,De Paas‘‘ liegt, heißt: ,,Dunne Bierkade.‘‘

 


Draußen auf der Terrasse füllen sich die Tische. Und auch das ,,Bierschiff,‘‘ das Frank und Paul auf der Gracht ,,Dunne Bierkade‘‘ betreiben, füllt sich schnell. Es ist ,,Borreluur‘‘ oder ,,Happy Hour‘‘ in den Niederlanden oder Dämmerschoppen wie man in bayrischen Weingegenden sagt, der samstags auch in Den Haag natürlich etwas früher als erst nach 18 Uhr beginnt.


Das ,,Bierspeciaal Cafe‘‘ wie ,,De Paas eigentlich offiziell heißt, bietet 165 verschiedene Biersorten an. Zehn davon kommen frisch gezapft vom Fass. Eines dieser zehn Zapfbiere ist das bayrische Weißbier von Weihenstephan. Es wird derzeit am meisten gezapft und bestellt. ,,Die Nachfrage nach bayrischem Weißbier ist riesig. Unser Weihenstephan-Bier ist der Sommerhit des Jahres. Immer mehr unserer Gäste bestellen es,‘‘ sagt Frank im Gespräch mit  HM HetzelMedia . ,,Vor ein paar Jahren hatten wir noch Erdinger Weißbier im Sortiment. Aber jetzt sind wir auf Weihenstephan umgestiegen. Das ist etwas spritziger und würziger und kommt auch bei unseren Gästen sehr gut an.‘‘ Wer sich an den Tischen umguckt, der sieht, fast auf jedem Tisch trinkt einer der Gäste frisch gezapftes Weißbier von Weihenstephan.


Was hier im Haager Biertempel ,,De Paas‘‘ abgeht in Sachen Weißbier, das ist inzwischen zu einem neuen Bier-Trend in den Niederlanden geworden. Ob in Maastricht oder Groningen, in Rotterdam oder Arnheim, überall bestellen immer mehr Niederländer Weißbier aus Bayern. ,,Wir hatten vor einem Jahr schon eine explosiv steigende Nachfrage nach Weizenbier. Die setzt sich in diesem Jahr unvermindert fort,‘‘ stellt John Paulus vom ,,Café Falstaff‘‘ in Maastricht fest.

,,Bayrisches Weißbier ist das inzwischen am meisten getrunkene Bier bei uns.‘‘

 

Weizenbier aus Bayern

Weizenbier aus Bayern

 

Gleiche Töne vernimmt man im ,,Café Will`ns Wetens‘‘ in Rotterdam. ,,Das niederländische ,,Witbier‘‘ hat sich einfach nicht verkauft. Kaum jemand hat es bestellt. Da haben wir bayrisches Weißbier ins Sortiment genommen. Das kam bei den Gästen an,‘‘ sagt Wirtin Sylvie van Noorloos. ,,Das schöne tulpenförmige Glas dazu spricht die Leute auch an. Außerdem genießen deutsche Biere auch bei uns einen guten Ruf wegen des Reinheitsgebots.‘‘


Das bayrische Reinheitsgebot, wonach Bier nur aus Hopfen, (Weizen-)Malz und Wasser gebraut werden darf und das vom bayrischen Herzog Wilhelm IV. 1516 erlassen wurde, ist auch unter Niederländern ein Begriff.

Denn die Biertrinker und -Kenner in den Niederlanden wissen inzwischen, dass ihr ,,Witbier‘‘ mit dem bayrischen Weißbier höchstens den Namen gemein hat. Mehr aber nun wirklich nicht. Denn niederländisches ,,Witbier‘‘ wird mit zahlreichen Zusatzstoffen gebraut. Orangenschalen beispielsweise, Koriander oder Nelken kommen da beim Brauen zum Einsatz, entsprechend schmeckt das Gebräu dann auch.

So manches niederländische ,,Witbier‘‘ ähnelt daher eher einer Limonade mit Alkohol als einem Bier.


Dazu gab man den niederländischen so genannten ,,Weißbieren‘‘ Namen, die den Biertrinker schaudern lassen. ,,Wyckse Witte,‘‘ beispielsweise, was man besser nicht wörtlich ins Deutsche übersetzen sollte.

Inzwischen haben auch einige niederländische Brauereien den neuen Trend zum bayrischen Weizenbier in Holland wahrgenommen und darauf reagiert. Grolsch beispielsweise brachte ein eigenes Weizen-Bier auf den Markt, das nicht nur den deutschen Namen trägt, sondern sich mit guten bayrischen Weißbieren durchaus messen kann. Die Brauerei Hertog Jan wollte da nicht nachstehen und bietet seit kurzem ihr eigenes Weißbier an, das sie ,,Weizener‘‘ nennt. Allerdings wird dieses Gebräu mit Koriander und mit Orangenschalen angereichert, während Grolsch nicht verrät, ob ihr ,,Weizen‘‘ nach dem Reinheitsgebot gebraut wird oder nicht. Grolsch ist übrigens seit knapp zwei Jahren Teil des Bierimperiums SAB Miller.

Weizenbier von Grolsch

 

             Weizenbier von der niederländischen Brauerei Grolsch

 

 

Heineken hat den Trend hin zum Weizenbier verschlafen


Hollands Biergigant Heineken, hinter SAB Miller (Grolsch, Pilser Urquell) und AB Inbev (Beck´s Bier, Anheuser Busch, Stella Artois), drittgrößter Brauer der Welt, hat den Trend zum bayrischen Weißbier im eigenen Land jedoch komplett verschlafen. Obwohl Heineken mit 49 % an der Münchner Schörghuber-Gruppe beteiligt ist, die unter anderem die Marke ,,Paulaner‘‘ braut - auch als Weißbier -, hinkt Heineken dem aktuellen Biertrend in der holländischen Heimat hoffnungslos hinterher.


Aber seit Gorbatschow wissen wir ja: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, in diesem Fall kommt die Strafe von den niederländischen Biertrinkern, die sich nun das bayrische Weißbier schmecken und das Heineken-Bier immer öfter stehen lassen.

30.7.2009


/ Textende / Copyright © by HELMUT HETZEL / Den Haag

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 02. August 2009 um 15:49 Uhr
 

Shell: Große Reorganisation des Ölkonzerns

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Peter Voser

Peter Voser drückt Shell seinen Stempel auf

Personalrochaden bei Shell - Große Reorganisation des Ölkonzerns

Von HELMUT HETZEL

Den Haag. Ihr größter Wunsch ging nicht in Erfüllung. Nun zieht Linda Cook die Konsequenzen.
Die 50jährige Amerikanerin Linda Cook verlässt blitzartig den Vorstand des niederländisch-britischen Ölkonzerns Shell. Sie scheidet schon zum 1. Juni aus, weil sie ihren Traum, als erste Frau einen großen internationalen Ölkonzern leiten zu können, nicht realisieren kann. Denn nicht Linda Cook, sondern der Schweizer Peter Voser und bisherige Shell-Finanzvorstand (CFO) wird am 1. Juli den bisherigen Shell-Chef Jeroen van der Veer beerben und an die Spitze des Shell-Vorstandes aufrücken. Linda Cook verzichtet durch ihr rasches Ausscheiden auf einen Bonus in Höhe von einer Mio. Euro. Der Abschied von Frau Cook hängt aber auch mit einer umfangreichen Reorganisation zusammen, die Shell durchführen wird.

Unter der neuen Führung von Peter Voser wird der Unternehmensbereich Gas & Power, den Linda Cook leitete, mit dem anderen großen Unternehmensbereich, der Sparte Ölförderung (Upstream) und Ölsande zusammen gelegt und gleichzeitig geografisch getrennt. Es wird künftig einen Upstream-Sektor für den gesamten amerikanischen Kontinent gegeben. Alle übrigen Upstream- sowie Gas und Power-Aktivitäten in der restlichen Welt werden unter Upstream International zusammengefasst. Das amerikanische Öl- und Gasgeschäft wird künftig von dem Amerikaner Marvin Odum geleitet. Der Brite Malcom Brinded (55) ist für die internationale Öl- und Gasgewinnung (Upstream International) zuständig. Der Cambridge-Absolvent Brinded leitete seit vier Jahren die wichtigste Shell-Sparte Ölförderung und -Suche (Upstream).
Außerdem wird einer neuer Sektor namens ,,Projects and Technology‘‘ kreiert, der alle neuen Upstream- und die Entwicklung aller neuen Downstream-Aktivitäten (Öl- und Gastransport) beinhalten sein wird. Er wird künftig von dem Schweizer Matthias Bichsel geleitet. Neuer Finanzvorstand und Nachfolger von Peter Voser in dieser Funktion als CFO wird der Brite Simon Henry. Die Ölverarbeitung und den Transport (Downstream) leitet künftig der Amerikaner Mark Williams.
Ziel der umfangreichen personellen und strukturellen Reform des Ölmultis Shell ist es, Kosten zu sparen, die Entscheidungsprozesse zu optimieren, ,, um den Öltanker wendiger zu machen,‘‘ wie es ein Shell-Manager im Gespräch mit HM HetzelMedia formuliert. ,,Es finden wichtige Einschnitte statt, die aber notwendig sind, um die Kosten zu senken, konkurrenzfähig zu bleiben und die Verantwortlichkeiten im Management transparenter zu machen.‘‘

Die aus Kansas City, USA, stammende studierte Ingenieurin Linda Cook war seit 2004 Mitglied des Shell-Vorstandes und arbeitete seit 29 Jahren für Shell. Sie leitete zuletzt als CEO (Chief Executive Officer) die Sparte Gas und Elektrizität und war außerdem für die erneuerbaren Energien wie Biomasse, Wind und Solar zuständig. Aus dem Wind- und Solargeschäft wird sich Shell aber ebenfalls zurückziehen, so dass in der neuen Struktur der gesamte Bereich, den die Amerikanerin Cook leitete, in den Upstream-Sektor aufgehen wird. Unter ihrer Leitung wurde vor allem das Flüssiggasgewinnung von Shell (LNG) um 60 % erhöht und ist Shell auf diesem Gebiet nun Weltmarktführer.

Die dreifache Mutter und begeisterte Skifahrerin begann ihre Karriere bei Shell USA im Jahr 1980 in Houston, Texas. Sie arbeitete sich in den USA nach Management-Jobs in Texas und Kalifornien nach oben, bis sie dann 1998 in die Shell-Konzernzentrale nach Den Haag geholt wurde. Dort war Linda Cook Direktorin zunächst für Strategie und Business Development für den Shell-Upstream-Sektor, also die Öl- und Gasförderung, zuständig. Nach einem einjährigen Intermezzo in Kanada, wo Shell einen Großteil der dort lagernden riesigen Ölsandvorkommen besitzt, kehrte die blonde Amerikanerin 2004 mit ihrer Familie zurück nach Den Haag, wo sie seit Oktober 2004 die Sparte Gas & Power als CEO leitete.
Wäre es ihr tatsächlich gelungen, Jeroen van der Veer zu beerben, dann wäre das eine kleine Revolution in der von Männern dominierten Öl-Welt und ein sensationeller Durchbruch für Linda Cook gewesen, um als erste Frau Europas größtes Unternehmen zu leiten. Aber dieser letzte Schritt ganz an die Shell-Spitze ist ihr nicht gelungen.

Jetzt ist der Schweizer Peter Voser am Zug und  ab 1. Juli 2009 ist  erstmals in der mehr als 100jährigen Geschichte von Shell kein Niederländer mehr im Vorstand.

27.5.2009

/ Textende / Copyright © by HELMUT HETZEL / Den Haag /

Zuletzt aktualisiert am Montag, 01. Juni 2009 um 09:29 Uhr
 


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